Hauptsache dünn

Ich glaube, der allerblödeste Kommentar zu meiner Erkrankung war bisher: „Das ist ja super, dass du jetzt abnimmst!“

Mal ganz davon abgesehen, dass ich nicht abnehmen musste (außer des obligatorischen Winterspecks, der erfahrungsgemäß mit den ersten Frühlingstagen im Garten dahinschmilzt), macht es mich fassungslos, dass eine Erkrankung samt ihrer Widrigkeiten letztlich eine super Sache sein soll, weil man nimmt ja ab dabei.

Ich habe übrigens ganze fünf Kilo bisher abgenommen und das ist weder supertoll noch irgendwie besorgniserregend, sondern schlichte Mathematik: weniger Kalorienzufuhr als Verbrauch. Ob ich noch mehr abnehmen werde oder wieder zunehmen, das weiß ich nicht, das plane ich nicht, da nehme ich mir nichts vor. Ich freue mich darauf, wieder ganz normal zu essen und auch wieder über die Stränge schlagen zu dürfen. Schokolade! Chips! Und alles mit Käse überbacken, bitte.

Wieviel ich wiege weiß ich, weil ich im Krankenhaus gleich zweimal gewogen wurde. Und ich mich heute daheim auf die Waage gestellt habe, mein Röckchen rutschte nämlich.

Also. Gewicht egal.

ABER!

Ich wünschte, ich wäre nicht so schlapp! Ich habe das Gefühl, dass sich meine gesamte Beinmuskulatur verabschiedet hat, denn selbst die kleinen Hunderunden am Abend spüre ich in den Schenkeln. „Das wird ganz schnell wieder!“, verspricht der Gatte und ich versuche ihm zu glauben. Meine Muskeln in den Beinen sind mir nämlich sehr wichtig, die stützen mir die kaputten Kniegelenke.

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Gesundheits-update am Rande: ich bin fertig mit dem Antibiotikum, aber ich habe noch immer Bauchschmerzen, wenn ich tief in den Bauch atme. Fühlt sich an wie Seitenstechen, fühlt sich falsch an. Ich beobachte das noch ein bißchen und hoffe, dass die Schmerzen nicht heftiger werden oder gar wieder Fieber dazukommt.

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Oma Eis hat mir noch eine nette Geschichte von der Tafel erzählt: Die Mitarbeiter bekamen einen Anruf vom örtlichen Ordnungsamt. Man hbae eine Menge Lebensmittel, ob die zur Tafel gebracht werden dürften? Durften sie. Es handelte sich in der Hauptsache um Kaffee. Sehr viel Kaffee. Und weil die Mitarbeiter wohl fragend genug schauten, erklärten die Beamten, dass es sich bei diesen Lebensmittel um Diebesware handelt. Eine Mitarbeiterin eines Supermarktes hatte über längere Zeit hinweg Kaffee und anderes gestohlen und in ihrer Garage gelagert, man kam ihr auf die Schliche und das Lager wurde ausgehoben. Die Ware war einwandfrei, kann aber natürlich nicht mehr zurück in den Verkauf, der Verlust des Supermarktes wurde ja hoffentlich von einer Versicherung gefangen. Und viele Tafelkunden freuen sich jetzt über Kaffee. <3

Fenstermalkreiden, Baby!

Der wohl schönste Grund, um endlich wieder meine Fenster zu putzen, fand sich neulich bei Instagram! Bine Brändle (@binebraendle) zeigt dort nämlich ihre mit Fensterkreide bemalten Fenster und ich habe mich ganz spontan verliebt. Und da die Grüne Villa sowieso im „ohne Weihnachtsschnickeldi ist alles so kahl“-Loch hängt, gab ich ein bißchen Geld aus. Ich erstand:

„Fensterdeko durchs Jahr mit dem Kreidemarker“ von Bine Brändle aus dem Topp-Verlag.

Sieben Vorlagebögen mit unterschiedlichen Motiven von Ostern bis Herbst, Weihnachten ist nicht dabei, das gibt es als Extraheft.

Kostet 14,99€ und das finde ich für so viele Motive und Inspirationen in Ordnung!

Außerdem erstand ich:

Chalk Markers (= Kreidemarker) von „Stationery“ für 10,99€. Amazon bietet eine recht große Auswahl. Ich las ein paar Bewertungen quer, letztlich sind aber Stifte aller Marken gleich gut bewertet.

Mit großer Vorfreude putzte ich meine Schlafzimmerfenster, klebte einen Vorlagenbogen mit Masking Tape von außen an die Scheibe und begann zu zeichnen.

Ein Rie-sen-spaß! Wirklich! Nachdem ich verstanden hatte, dass es wirklich Sinn macht, als Rechtshänderin konsequent von links nach rechts zu zeichen, klappte es ohne Verwischen. Flächig ausmalen kann man mit Kreidestiften nicht, man muss Linie neben Linie setzen, wenn Flächen mit Farbe gefüllt werden sollen. Das ist erstmal ungewohnt, aber nachdem ich mir zum dritten Mal beim Übermalen bestehender Linien diese weggewischt hatte, ging es 🙂

Das Ergebnis ist wunderschön geworden und ich freue mich darauf, auch das zweite Fenster des Schlafzimmers zu verschönern. Diesmal dann ohne Vorlagebogen, denn abzeichnen kann ich ganz gut, ich brauche nur immer eine Vorlage zum Abschauen. Leider fehlt mir jegliches Talent für eigene Motive.

Die Kreidemarker lassen sich übrigens ganz leicht mit einem feuchten Tuch abwischen. Danach das Fenster wie gewohnt und bevorzugt putzen.

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Dieser Artikel enthält zwar Werbung, ich bekomme aber keinen Cent dafür, auch keine Waren/Bücher zur Verfügung gestellt. Ich teile hier nur schiere Begeisterung und beantworte die vielen Fragen, die mir auf Instagram gestellt wurden.

morgens, halb zehn in der Küche

Der Gatte hat gestern die Küchenarbeitsplatte geölt (Leinöl auf Buche) und deshalb musste vorher das gesamte Geraffel abgeräumt werden. Eine frischgeölte Arbeitsplatte ohne Geraffel darauf inspiriert …

Während der Gatte heute morgen den Hund lüftete, wischte ich final über die Arbeitsplatte und nahm danach mit meinem Kaffee (jaaaa! Kaffee ist erlaubt!) darauf Platz und ließ den Blick durch die Küche schweifen. Ein kritischer Blick, ein Blick, den der Gatte fürchtet. Jetzt habe ich nicht nur einige Ideen, sondern auch Pläne für die konkrete Umsetzung. Der Gatte nickte resigniert und letztlich ist es ja so, dass er nach meinen Umräum- und „alles wird jetzt anders“-Aktionen hinterher mehr oder weniger zähneknirschend zugibt, dass das gute Ideen waren.

In der Küche wird Folgendes passieren:

– das ganze „ich bin gerüstet, falls plötzlich Thorin, Bifur, Bofur, Fili, Kili, Dori, Nori, Ori, Oin, Glóib, Balin, Dwalin und Bombur samt aller Verwandten zum Essen kommen“-Geschirr kommt aus dem Schrank und wird in die Halle geräumt. Dort kann es ja jederzeit wieder hervorgeholt werden, falls Bedarf ist.

– Der Schrank des Grauens aka der Tupperschrank (zwei! Unterschränke voll) wird erneut entrümpelt. Das habe ich vorletztes Jahr schon mal getan und keine der ausgemisteten, ach so unentbehrlichen Schüsseln wurde je vermisst. Ich sortiere aus und lagere in der Halle, denn falls wir doch die Schüssel, in die exakt anderthalb Eigelb passen vermissen sollten, können wir sie uns wieder aus der Halle holen. Erfahrungsgemäß geschieht das nicht und der Kram aus der Halle kann entsorgt werden.

– der hoffentlich gewonnene Platz wird umgehend mit den Vorräten befüllt, die sich in den Hängeschränken befinden. Die kommen nämlich ab und weg. An die gesamte Wand über Spüle und Herd kommen dann durchgehend offene Regale. Über dem Herd haben wir das schon seit Jahren und entgegen aller Unkenrufe schmutzt das dort stehende Geschirr nicht zu sehr ein. (es ist unser Alltagsgeschirr und somit sowieso ständig im Spülkreislauf)

– das alte, dunkelgraue Kunststoff-Spülbecken, dass schlimm verkalkt und ganz schön eklig ist, wird gegen ein weißes Keramikbecken getauscht. So wie wir eines gefunden haben, das uns gefällt und das wir uns trotzdem leisten können.

– ein neuer Kühlschrank muss her, der alte hat mit seinen neunzehn Jahren jetzt erste Ausfallerscheinungen. Am Liebsten würde ich auch die deckenhohen Einbauschränke, in denen Backofen und Kühlschrank stecken, gegen etwas dreiviertel Hohes austauschen, doch dafür muss ich erst ein bißchen nähen. (und wieder ein Gewerbe anmelden/andere Baustelle)

– Decke und Wände streichen, idealerweise bevor die Regale an die Wand geschraubt werden.

– überlegen, ob die verbleibenden Küchenschränke eine neue Lackierung vertragen. Ich habe da so eine Idee.

Was jetzt noch fehlt: ein Wochenende Zeit und noch ein bißchen mehr Gesundheit.

Geschäftsmodell

Gerade schrieb ich einen sehr langen Artikel über die „zuckerfrei“- Challenge, beschloss aber, diesen nicht zu publizieren, da so viele Menschen schon sehr kluge Worte dazugeschrieben haben. Der Drops ist gelutscht, die Dattel gekaut, der Agavendicksaft geträufelt.

Darüber schreiben wollte ich, weil mir bewusst geworden ist, dass ich seit dem dritten Januar auf „Industriezucker“ verzichte und dass die ganzen angeblich fürchterlichen Entzugserscheinungen ausgeblieben sind. Oder unter Schmerzen und diversen Medikamenten verschwunden sind, wer weiß das schon.

Fakt ist, dass mir Bananen mittlerweile sehr, sehr süß schmecken und dieser Minibiss vom Nutellabrot des Gatten nahezu widerlich schmeckte. Ich hatte mich also an ein sehr süßes Leben gewöhnt und jetzt muss es gar nicht mehr so süß sein. Interessant, aber vermutlich keine bahnbrechende Erkenntnis und irgendwie habe ich das Gefühl, dass diese Erkenntnis viel zu wenig ist, um als Ziel der „zuckerfrei“-Challenge durchzugehen. Mindestens beseelt, befreit oder irgendwie entschlackt sollte ich mich fühlen. Dem ist nicht so, aber das liegt vielleicht auch an meiner Skepsis, die verwehrt mir den ganzheitlichen Zugang zur Sache.

Da sich aber unter dem Deckmäntelchen „Gesundheit“ und/oder „Lifestyle“ abstruseste Theorien verkaufen lassen, sofern die richtigen Influencer die passenden Hashtags drankleben, werde ich jetzt mit meiner neuen Idee mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen! Seien Sie die ersten, die davon lesen:

Brennnesselwurzeln!

Egal ob roh gekaut oder blanchiert zu beispielsweise Löwenzahnsalat, die Brennnesselwurzel bietet nicht nur geschmacklich ein wahres Erlebniss, sie ist auch vom gesundheitlichen Aspekt her ein wahres Wunder! Unruhezustände (besonders von Kinder) und Schlaflosigkeit lassen sich durch den Genuss eines Aufguss‘ der getrockneten Wurzeln mildern. Als Snack zwischendurch reduziert die Brennnesselwurzel deutlich Heißhungerattacken und steigert dabei nachweislich die Durchblutung. In etwas Öl gebraten wirkt sie verdauungsfördernd und darmreinigend, als Einlage in der Suppe, auch als Ersatz für Suppennudeln, wirkt sie stimmungsaufhellend. Sie ist gluten- und laktosefrei, dafür reich an Vitaminen und Ballaststoffen.

Äußerlich angewendet hilft die Brennnesselwurzel bei Hautirritationen und Rheuma.

Schon 2500 v.Chr. wusste man um die vielfältige Wirkung der Brennnesselwurzel. So fand man sie als Grabbeigaben in Pyramiden und neuesten Übersetzungen von Hieroglyphen auf uralten Steintafeln nach, existierten mindestens zehn Rezepte für heilsame Zubereitungen bei ägyptischen Ärzten.

Brennnesselwurzel ist nicht gleich Brennnesselwurzel. Auf die achtsame Ernte kommt es genauso an, wie auf den ursprünglichen, stickstoffreichen, ungedüngten Boden, in dem sie wächst. Am Gehaltvollsten ist die Wurzel, wenn sie in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden geerntet wird.

Sie ernten die Brennnesselwurzeln in meinem naturbelassenen Garten nach terminlicher Vereinbarung. Arbeitsgerät und Schutzkleidung sind mitzubringen, mit Aufpreis serviere ich Wasser und einen naturbelassenen Salat aus Wildkräutern.

Sie zahlen nach der Ernte, der Verzehr von Wurzeln während der Ernte ist gestattet.

Der Boden ist nach der Ernte zu lockern, glätten und gießen. Ich werde das von Ihnen abgeerntete Stück dann bepflanzen, dabei aber, um an die Fruchtfolge zu denken, zunächst auf Kartoffeln ausweichen.

50g Brennnesselwurzeln = 10,70 €

Erntetermine nach Absprache.

Eine Broschüre über Wirkungsweise und Geschichte der Brennnesselwurzel ist in Arbeit und wird demnächst für 8,50€ erhältlich sein.

Die Rezeptsammlung „Mit der Brennnesselwurzel durchs Jahr“ erscheint nächsten Monat, sie wird 12,-€ kosten.

In Planung: „Brennnesselwurzel und AD(H)S“, „Brennnesselwurzel, das Gold aus der Erde“ und“Brennnesselwurzel – clean&healthy, you deserve it!“

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Und? Werde ich damit endlich reich?

Pläne!

Wer faul auf dem Sofa herumsitzt und Zwieback kaut, kann immerhin viele Pläne machen. Sehr zum Leidwesen des Gatten übrigens, der bei der Verwirklichung derselben sehr eingespannt wird.

Damit ich alles Nachlesen kann und damit Sie nachfragen können, ob ich denn jetzt endlich dies oder das erledigt habe, hier die Liste(n).

Terrasse:

– die Kräuterkästen bepflanzen mit Koriander, Thaibasilikum, Petersilie, Majoran und Pimpinelle Zitronenthymian, Thymian, Oregano, Rosmarin überwintern in den Kästen, Schnittlauch wächst im Garten.

Außerdem leiste ich mir vom Weihnachtsmarktgeld ein Zitronenbäumchen.

Garten:

– ein neuer Salbei, der im Kräuterkasten auf der Terrasse ist sehr unaromatisch und der im Garten ist letzten Winter erfroren. (Mist!) Wenn ich einen passenden Platz finde, pflanze ich einen Feigenbaum, damit ich mich nicht mit den Portugiesen um die wilden Feigenbäume im Wingert streiten muss. Und einen großen Rosmarin hätte ich gerne, doch mir fehlt da evtl. der passende Platz. (geschützt, volle Sonne. Mal sehen.)

Im Gemüsegärtchen pflanze ich Rot- und Weißkraut, Spitzkohl, Rosenkohl (6), Tomaten (6), Paprika (6), Zucchini (2), Aubergine (2), Artischocke (1), Bohnen (Blauhilde) an Spielhaus und Regenwassertank, Pflücksalat in die beiden Hochbeete.

Um den Gartentümpel herum Brennnesseln verjagen (die letzten 20 Quadratmeter ganz hinten im Garten dürfen weiterhin damit zuwuchern) und stattdessen jede Menge bienenfreundliche Blühpflanzen. (und vielleicht ein paar Kartoffeln dazwischen, das hilft, den Boden frei von Unerwünschtem zu halten)

Ein wirklich großes Insektenhotel bauen. (-> weitere Paletten organisieren)

Die Sache mit der Imkerei angehen.

Saunadusche bauen.

Haus:

Im Wohnzimmer Wände und Decke streichen (Ofen sei Dank)

In der Küche Wände und Decke streichen, die Küchenoberschränke rausschmeißen und durch Regale ersetzen. Millionen von Plastikschüsseln, Teller, Tassen, Schüsseln und Gläser aussortieren und das Vorratshaltungssystem neunorganisieren. (neue Küchenmöbelfarbe?)

Im Wintergärtchen diese usselige Holzdecke abschleifen und weiß lackieren, die Wand streichen. Und die Scheiben putzen.

Außerdem jede Menge nähen, sehr, sehr viele neue Rezepte ausprobieren, ein bißchen durch die Gegend reisen, einige Feste feiern und immer schön auf mich aufpassen. Ich kann es gar nicht erwarten, endlich loszulegen!

Große Kinder

Über große Kinder und die Vorteile mit ihnen zusammenzuleben habe ich schon oft geschrieben. Das möchte ich aber schon wieder tun, denn die beiden Söhne schmeißen gerade mit ihrem Vater hier den Laden. Sie räumen die Spülmaschine ein und aus, saugen die Böden, kehren die Treppen, putzen die Bäder, übernehmen die Abendrunden mit Lola. Der Gatte kocht, wäscht unsere Klamotten, kauft ein, fährt mich zu Ärzten und übernimmt die Hunderunden am Morgen. Sie haben diesen Haushaltskram unter sich aufgeteilt, neben ihrer Arbeit, und ich bin froh und dankbar, dass die Söhne bereitwillig einspringen. Ich habe bisher noch keine Klagen gehört, kein Murren, weil beispielsweise ein Computerspiel für Badputzen unterbrochen werden muss. Das macht mich froh und auch ein bißchen stolz.

Was mich übrigens genauso froh macht ist, dass die gute Beziehung der Geschwister untereinander auch mit einigen hundert Kilometern dazwischen funktioniert. Der Kontakt zur Schwester ist nach wie vor eng und beide Söhne haben Besuchswochenenden in Dresden fest gemacht. Ich weiß nicht, wie erwachsene Geschwister miteinander umgehen, denn ich habe ja keine und alles was ich weiß, stammt aus amerikanischen Sitcoms oder aus Beobachtungen aus dem Freundeskreis. (und was hab ich die Freundin schon beneidet!) Gehofft habe ich jedoch immer, dass die Kindelein auch als Erwachsene ihren guten Draht zueinander behalten und das scheint wirklich zu klappen.

Nähkästchen auf: „Frau Mutti“, wurde ich oft gefragt, „Wieso verstehen sich deine Kindelein so gut und unternehmen so viel miteinander?“

Vielleicht, weil wir den Kindelein, wenn sie sich gegenseitig verpetzen wollten (er war’s, sie hat angefangen, etc.) stets sagten, dass sie zusammenhalten müssen, denn gegen den elterlichen Schulterschluss braucht es Einigkeit und Zusammenhalt.

Wahrscheinlich gibt es noch zwei- bis dreihundert Punkte mehr, doch dieser ist der Allerwichtigste. Nach wie vor.

Nähkästchen zu.

Zyste, mysteriös

Sie erinnern sich an den hektischen Arzt, der mir in die Umkleidekabine hinterhersprang, um mich vor der unfassbar großen Zyste (mit Einblutungen! Gefährlich!) an meinem linken Eierstock zu warnen? Den würde ich gerne ein bißchen schütteln, denn entweder hat er a) Tomaten auf den Augen, b) den alten Krankenhausbericht von 2011 von mir als aktuell gelesen (weil damals: riesengroße Zyste! Geplatzt, Blut im Bauchraum, alles schlimm) oder c), die aller schlimmste Variante: er hat da was verwechselt. Vor mir war eine junge Frau mit Nierenbeckenentzündung im CT. Wenn sie die Zyste hat und das womöglich nicht weiß, dann ist diese Entzündung beinahe ihr kleinstes Problem. Ob sich das irgendwie klären lässt?

Ich jedenfalls habe mir heute zehn Minuten lang von meinem Gynäkologen mittels Ultraschallstab im Bauch herumstochern lassen. Außer einer hübschen Gebärmutter, eine vollen Blase und zwei regelrechten Eierstöcken hat er nichts gefunden. Auch die anschließende Brustuntersuchung war ohne Befund. Sollte jetzt noch der Abstrich unauffällig sein, gehe ich krebs- und zystenfrei ins Jahr. Nach dem beknackten Start ist das ja auch irgendwie verdient.

(und endlich kann ich wieder entspannt niesen und husten, ohne Angst, dass in meiner linken Bauchseite etwas „knack!“ macht, so wie damals.)

Jetzt nochmal schnell zu Dottore, denn ich fürchte, das Antibiotikum und ich werden keine Freunde. Und dann: schonen. Brei essen. Und mal im Nähzimmer nach dem Rechten sehen.

unerforschtes Land

Da meine Diagnose bisher Divertikulitis lautet und ich somit eine Dibertikulose-Patientin bin (bis die Darmspiegelung in sechs Wochen das bestätigt oder nicht, sage ich das unter Vorbehalt), muss ich mich in ein neues Themenfeld einarbeiten. Denn bisher habe ich mir über diätische Ernährung nur Gedanken gemacht, wenn der Magen gezickt hat. Jetzt betrifft es also weitere Teile meines Verdauungssystems und ich habe eine Menge Lesestoff. Wenn ich diese Menge mal ganz grob zusammenfassen darf: es ist kompliziert.

Man empfiehlt mir Vollkorn, aber nicht zu grob, viele Nüsse, aber eigentlich doch ganz selten und dann möglichst gemahlen. Obstkerne soll ich meiden und dabei geht es nicht um Mangokerne, sondern um Johannis-, Him- und Erdbeerkerne, wobei letztere ja eigentlich Nüsse sind. Ballaststoffreich essen soll ich, aber vielleicht doch nicht so sehr, das weiß man eigentlich nicht so genau. Und so ist das auch mit den Kernen, das weiß man eigentlich auch nicht so genau. Bulgur und Couscous sollte ich meiden, aber Leinsamen ist super. Sie merken es vielleicht, ich habe verschiedene Empfehlungen zusammengefasst.

Die Idee bei diesen ganzen Empfehlungen ist, dass keine Kleinteile im Darm hängenbleiben und damit Entzündungen verursachen sollen. (sehr vereinfacht beschrieben) Woher mein Darm aber wissen soll, ob er gerade Himbeerkerne, zerkaute Haselnüsse oder Leinsamen transportiert, das lässt sich nirgendwo nachlesen.

Nachzulesen ist aber beispielsweise, dass blähende Speisen nicht zu empfehlen sind, doch was bläht, ist individuell verschieden. Ok, da kann ich mich langsam herantasten.

Ansonsten werde ich auch in diesem Sommer die Beeren aus meinem Garten genießen, mit ganz reinem Gewissen. Dottore hat, darauf angesprochen, dass es da neue Studien gibt und es scheint schon so, als könne ich beispielsweise Beeren essen, ohne sofort mit schlimmsten Konsequenzen zu rechnen. „Kannst ja auch Kirschkerne schlucken, ohne Blinddarmentzündung zu bekommen, wie man früher dachte.“, sagte er und ich habe beschlossen, ihm einfach zu glauben und keinesfalls mit Angst vor potentiellen Entzündungen zu essen. Das, was der Divertikulose wirklich nicht gut tut (zu viel Fett, Zucker, Alkohol), gehört sowieso zu meinen 2018-weniger-davon-Vorsätzen. Und laut Dottore soll ich Verstopfungen vermeiden, doch damit hatte ich noch nie Probleme.

Ja, es gibt hier viele Informationen über so Sachen, über die man nicht spricht. Muss ich jetzt aber, gehört jetzt zu meinem Leben und mal ehrlich, über Babykacke wird sogar im Café philosophiert.

Vielleicht sind Sie schon lange Divertikulosepatient/in und deshalb haben Sie sehr viel Erfahrung auf diesem Gebiet, außerdem zuckt Ihr Widerspruchfinger, weil ich da eventuell eine ganz andere Herangehensweise habe, möglicherweise eine falsche und ich werde schon sehen, was ich davon habe.

Vielleicht mache ich alles falsch und wenn ich demnächst wieder in der Klinik lande, dann sehe ich das vielleicht ein. Oder nicht.

Also wie auch immer es aus- oder weitergeht: ich danke Ihnen so sehr für die vielen Besserungswünsche und ich bin sehr erstaunt, wieviele Divertikulosepatienten es doch gibt. Danke für den Beistand und danke für keine Ratschläge!

voran, voran!

Voran schreitet die Genesung! Und wäre da nicht die strenge Mahnung, die Füße noch ein bißchen still, am Besten sogar hochzulegen, es gäbe kein Halten mehr.

Meine Hunderunden fehlen mir, Bewegung überhaupt fehlt mir, es müsste gar kein Hund dabei sein. Ob ich morgen vielleicht ein bißchen aufs Laufband gehe? Nein, ich bleibe eine super-brave Patientin, ernähre mich auch weiterhin von Suppe, Brei, Joghurt und Zwieback. Als kleine Geschmacksvariation gab es den Haferschleim heute mit Salz. Der Gatte schwört auf eine Prise Salz, doch seine Prise Salz ist viel größer als meine. Doch egal, Salz statt Zucker war in Ordnung und Salz braucht der Körper ja auch. Außerdem wurde der Naturjoghurt mit einem Esslöffel Apfelmus verrührt und ja, das behalte ich bei, das ist äußerst lecker. Nicht unbedingt als kulinarischen Höhepunkt aber durchaus als „haaaach! Lecker.“ gingen die acht butterweich gekochten Spaghetti durch, die ich mir zur Abendsuppe erbettelte. Lieber hätte ich köstlich durchgeschmurgelte Bolognese zu den Spaghetti gegessen, aber nein, ich bin ja eine super brave Patientin.

Als solche gammele ich also den ganzen Tag im Bett herum, nicht mal schlafen will ich mehr. Das ist ja auch ein gutes Zeichen für eine fortschreitende Genesung, nicht mehr nur noch schlafen wollen. Die streaming-Dienste bieten mir nix, was mich fesseln würde, sie leisten mir halt Gesellschaft, während Gatte und Söhne den Haushalt schmeißen, Wäsche waschen und Suppe oder Brei kochen. Der Luxuslevel ist echt hoch, ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, eine Gesichtsmaske aufzulegen oder wenigstens die Fingernägel zu lackieren.

Stattdessen widme ich mich aber lieber der Fertigstellung des Fotobuches von unserem Südafrika-Urlaub. Das führt unter Umständen zu ein bißchen Fernweh, aber das ist ja nicht mal annähernd so schlimm wie Bauchweh, damit kann ich prima umgehen.

Nur noch fünf Tage Schonzeit!

12 von 12 – 01/18

Zwölf Bilder am Zwölften eines Monats, gesammelt von Frau Kännchen

Vielleicht wird das die langweiligste 12von12-Sammlung, die je in einem Blog gezeigt wurde, doch außer Mahlzeiten und selbstverständlich allerliebster Haustiere hatte dieser Tag bildermäßig nicht viel zu bieten.

„Ich richte Ihnen noch die Tabletten für den Tag!“, hatte die Nachtschwester um fünf Uhr versprochen und sie hatte Wort gehalten. Nun besitze ich also ein schickes Tablettensortierkästchen und fühle mich direkt dreißig Jahre älter.

Die Visite kam und ich wurde ganz offiziell entlassen. Ich müsse noch auf den Arztbrief warten und die CD mit den Bildern vom CT könne ich unten in der Radiologie anfordern. „Ach, ich ruf da schnell an, dann müssen sie nachher die Bilder nur abholen und müssen nicht warten.“, sagte die Schwester und das freute mich sehr! Weil wenn man auf dem Heimweg ist, ist auf etwas warten müssen ganz schrecklich!

Ich bekam mein letztes Krankenhausfrühstück serviert und ich sage es mal ganz vorsichtig: es war interessant. Es gab lauwarme Erbsensuppe zu Vanillepudding, dazu schwarzen Kaffee und Joghurt. Ich hatte Hunger, die Tabletten brauchten eine Basis und so aß ich brav meine Schüsselchen leer. (Sie werden von mir übrigens keine abfälligen Bemerkungen über Krankenhausessen lesen, denn im Krankenhaus habe ich ganz andere Prioritäten als meine Lieblingsspeisen, ich diskutiere auch nicht über das Essen.)

Nach dem Frühstück packte ich mein Zeug zusammen und wartete sehnsüchtig auf den Gatten.

Ein kleines Goodie Bag gab es für mich noch und dann blieb nur noch den Schwestern und Pflegern für die gute Betreuung und Behandlung zu danken, bevor es die paar Schritte zum Auto ging. Wussten Sie eigentlich, dass vor Krankenhaustüren besonders viele Raucher stehen?

„Lass uns schnell bei Dottore halten, dann kann ich direkt meinen Arztbrief abgeben, den kann er lesen bis zum nächsten Termin.“, schlug ich dem Gatten vor. Dottore erwischte mich an der Anmeldung und da ich fit genug war, um ein bißchen zu warten, wurde mir heute noch erklärt, wovon ich mich gerade erhole. Es ist wohl wirklich eine Divertikulitis, wenn auch an höchst ungewöhnlicher Stelle und trotz nicht passender Lebensumstände (ich lebe viel zu gesund, um das mal platt auszudrücken). Die Antibiose wird fortgesetzt, Schmerzmedikation nach Bedarf. In ca. sechs Wochen folgt dann eine Darmspiegelung und auch die künftige Ernährung sprachen wir durch: „Mach einfach weiter wie bisher und sieh zu, dassde keine Verstopfung bekommst.“ Alla, damit kann ich prima leben. (und was zu ändern ist, war eh ein Vorsatz)

Und dann war es endlich so weit: nach einer ausgiebigen Dusche konnte ich in meinem eigenen Bett versinken. Im Auto dachte ich, dass ich stundenlang würde schlafen müssen, doch es war viel zu gemütlich und kuschelig, ich musste viel zu viel genießen um schlafen zu können.

Der Gatte übernahm den Pflegedienst und servierte ein Mittagessen. Um mir die Entwöhnung vom Krankenhaus nicht allzu schwer werden zu lassen, arbeitete er Art und Anrichtung der Krankenhausmahlzeiten nach. Aber sein Haferbrei schmeckt viel besser als der im Krankenhaus, zumal die im Krankenhaus nicht wissen, dass Brei mit einem Plastiklöffel gegessen werden muss.

Lola freute sich sehr über meine Rückkehr, fand es aber ziemlich doof, dass ich schon wieder im Bett rumlag, statt zu ihr aufs Sofa zu krabbeln.

Und so konnte sie kurze Zeit später ihr Glück kaum fassen, als ich sie, frisch geduscht, einlud neben mir im Bett zu liegen. Ich hatte eine ihrer Decken dort ausgebreitet und nach meinem „Hepp!“-Kommando rollte sie sich quasi noch im Hochspringflug zu einer kleinen Hunderolle zusammen, sehr bemüht besonders brav zu sein. Ein Therapiehund ist etwas ganz besonders Feines! (mittlerweile musste sie ihren Platz übrigens wieder räumen, es ist ja mein Schlafplatz)

Mein privater Pfleger servierte das Abendessen und ach, er macht das großartig. Es gab Tomatensuppe, Zwieback und Naturjoghurt, genau wie im Krankenhaus und dennoch schmeckt alles so viel besser! Und das lag nicht nur am Plastiklöffel und den Rosen. (an letzteren aber auch)

Das nächste Therapietier wurde angereicht, denn ein schnurrender Kater auf den Füßen ist nicht weniger heilsam als ein anschmiegsamer Hund. Der Kater hat übrigens derzeit sein Höchstgewicht und daran sind nicht wir schuld, sondern die besonders fetten Mäuse und Ratten, die er sich täglich erbeutet.

Und das war dann auch schon dieser ereignisarme Zwölfte im Januar. Der nächste Zwölfte hat hoffentlich wieder ein bißchen Gegend dabei. Oder wenigstens etwas Kreatives.

So. Zeit zum Gesundschlafen!