Gartenrundgang

An einem der letzten warmen Herbsttage schrieb ich mir eine to-do-Liste für den Winter. Weil an einem warmen Herbsttag ist usseliges, kaltes Winterwetter fern und unvorstellbar, allenfalls sind da ein paar vage Bilder eines romantisch-verschneiten Gartens, durch den ich in eine kuschelige Wolljacke gehüllt, natürlich mit passender Mütze und Schal, und vergnügt den verdörrten Zierjohannisbeerstrauch aus der Erde zerre und den wuchernden Holunder aus der Weide schneide. Vergnügt pfeifend, mit roten Wangen und später säßen der Gatte und sein holdes Weib auf Schaffellen am lodernden Feuer im Garten, ein Tasse mit dampfender Flüssigkeit (Kakao oder auch Glühwein) in Händen. Hund und Kater säßen malerisch neben uns und leise fiele der Schnee.

Pffft.

Meine Lust auf Gartenarbeit liegt bei Null, was vermutlich mit dem Matschwetter da draußen zusammenhängt. Trotzdem müssen die verschiedenen Punkte abgearbeitet werden. Insbesondere der Rückschnitt der verschiedenen Gehölze, bevor da wieder irgendwelche Vögel nisten. Außerdem wartet da ein Nußbaum in einem großen Blumentopf auf einen Platz im Garten. Am Wochenende dann. Schnee bekommen wir sowieso keinen. (gemein)

Die Bienen habe ich heute auch besucht und ich glaube, da ist Leben in der Beute. Den Deckel habe ich nicht abgehoben, denn die Wärme, die die Bienen erzeugen, ist kostbar und soll nicht entweichen! Aber mein Ohr habe ich an den Kasten gehalten. Gehört habe ich nichts, aber es vibriert. Ich bin nun ziemlich optimistisch, dass Ende Februar, Anfang März Bienen nach draußen krabbeln werden!

Für die Vögel habe ich mit Fettfutter gefüllte Tassen rausgehängt und weil ich wirklich viel Fettfutter zubereitet habe, habe ich ein bißchen davon mit zur Hunderunde genommen und in die Hecken neben den Wingerten gehängt.

Für diese kleinen „Anhänger“ schmelze ich Kokosfett und rühre dann jede Menge Erdnußbruch, Sonnenblumenkerne, Hanfsamen, Hirse und Rosinen hinein. Die Masse fülle ich in Silikon-Muffinförmchen. Ganz wichtig: mit einem Stäbchen ein Loch zu aufhängen puhlen. Wenn die „Anhänger“ ausgekühlt und hart sind, ziehe ich eine Sisalschnur durch das Loch. Knoten drauf, aufhängen. Schnell gemacht, sieht hübsch aus und vermeidet obendrein Müll, weil herkömmliche Meisenknödel meistens in einem Plastiknetz stecken. Welches außerdem eine fiese Fußangel für Vögel werden kann.

Ich habe noch eine große Schüssel mit der Samen/Nuß-Mischung. So viel können die Vögel in unserem Garten gar nicht fressen! Deshalb werde ich die Mischung nach und nach zu „Anhängern“ verarbeiten und bei den verschiedenen Hunderunden verteilen. Guerilla-Fütterung, quasi.