Wie geht es denn so weiter?

Fragte ich heute morgen bei der Visite. Hm, jaaaa, das weiß man nicht so recht, weil nach wie vor weiß man nicht genau, was ich eigentlich habe. Eine Entzündung, das steht fest, das sagen ja auch die Blutwerte. Eine Entzündung im Darm, das steht auch fest, weil das sagt das CT und ich sage das noch viel lauter, wenn man auf die Stelle drückt. Aber einen Namen kann man dem nicht geben, weil die Teile des Darms, die sich normalerweise so entzünden, die sehen prima aus. Obendrein stehe ich auf ballaststoffreiche Kost, trinke viel Tee und Wasser und bewege mich täglich, was genau der Empfehlung entspricht, die man Divertikulose-Patienten nach der Genesung mit nach Hause gibt. „Tja. Und nun?“, fragte ich die Ärztin, doch die konnte halt auch nur mit den Schultern zucken und sich mit mir freuen, dass die Entzündungswerte runtergehen. (die Schmerzen bleiben allerdings und das ist fies!)

In sechs Wochen, wenn sich wirklich alles, alles beruhigt hat, darf ich zur Darmspiegelung. Die zeigt dann vielleicht, was sich warum entzündet hat.

Wenn die Werte morgen einigermaßen gut sind, darf ich heim. Denn im Bett herumliegen und Penicillin einwerfen klappt auch daheim, wahrscheinlich sogar besser.

„Denken sie dann doch noch mal über eine Operation nach, wenn das wiederkommt!“, sprach die Ärztin zum Abschluss der Visite und jetzt stecke ich schon wieder in den Zweifeln? Kommt das, was auch immer es ist, garantiert wieder? Wie kann ich das denn noch besser verhindern als bisher? (GEHT das überhaupt?) Ich muss mir diese Fragen für die nächste Visite merken, unbedingt!

Und dann wüsste ich gerne noch, egal, wer mir diese Frage beantworten kann, warum ich nicht ein einziges Mal eine wirklich eindeutige Diagnose haben kann? So was wie „Knochen durch, Arm gebrochen.“ Aber selbst da gibt es wahrscheinlich zig Variationen, Komplikationen, Interpretationen.

Ich lasse das mit dem Kranksein, macht mir keinen Spaß.

8 thoughts on “Wie geht es denn so weiter?

  1. Ich wünsche gute Besserung! Darmentzündungen sind richtig fies. Ich hatte mal eine mit ungeklärter Ursache. Und jetzt die gute Nachricht: es ist nicht wiedergekommen.

  2. Weiter gute Besserung! Ist es tatsächlich eine Divertikulose, so muss man fernerhin alles Kleinteilige im Essen vermeiden, keine Samen, keine Kerne, keine Nüsse, auch keine Kiwi mit ihren winzigen Teilchen ganz innen, also alles, was sich in die Ausbuchtungen setzen kann im Verdauungsprozess, sich nicht völlig vorher auflöst und dort dann beginnen könnte zu brüten. Aber ob es die ist/war, das wird man wohl erst bei einer Spiegelung sehen können. Versuchen Sie Ruhe zu halten und sowas (gesetzt den Fall, es ist es, dauert, bis es abklingt, nicht nur 2-3 Tage. Alles Gute, Sunni

  3. Liebe Frau Mutti,
    ich arbeite in der Endoskopie und kann mal so ein bisschen was rauslassen zum aktuellen Thema.
    Wenn sich nach Abklingen der Entzündung in ca. 6 Wochen bei der Darmspiegelung zeigen sollte, dass Sie viele Divertikel haben (das sind Ausbuchtungen im Darm, die durch so etwas wie Bindegewebsschwäche kommen), dann kann das schon immer mal wieder vorkommen, dass sich da was „verhockt“, wie wir im Schwäbischen sagen. Das ist dann vergleichbar mit einer Blinddarmentzündung. Da gärt was drin, was nicht gut raus kann und dann hat man den Salat. Wie o. g. sollte man beim Essen ein klein wenig acht geben, allerdings ist es wichtig, möglichst keine Verstopfung zu haben, damit man beim Stuhlgang nicht pressen muss. Das ist nämlich für so ein Verhocken förderlich. Und da man meist besser auf´s Klo kann, wenn man doch auch Balaststoffe ist, beisst sich die Katze ein wenig in den Schwanz. Allerdings ist natürlich auch genug trinken wichtig, damit der Stuhlgang möglichst weich ist.
    Eine Operation zieht man eigentlich erst in Betracht, wenn man 2 oder 3 Divertikulitiden gehabt hat. Also bitte in Zukunft das im Hinterkopf behalten falls Bauchschmerzen auftreten sollten und den Arzt (Hausarzt, Internist, Gastroenterologe?) mal mit Ultraschall schauen lassen, da sieht man das meist ganz gut, ob alles ok im Darm ist; zusätzlich gibt es ja noch die Entzündungswerte im Blut. Und vor allem kann man dann eine Antibiotikatherapie einleiten, die in diesem Fall halt einfach sehr hilfreich ist. Ja, manchmal ist es auch gut, wenn man nicht so lange wartet. Divertikulitis ist was, das kennen die Ärzte und das ist nicht NIX. Da darf man auch am Wochenende kommen oder in der Nacht. Allerdings ist es immer schöner, wenn man nicht bis mitten in der Nacht wartet, falls man schon den ganzen Tag Bauchweh hatte.
    Und zur Darmspiegelung kann ich nur sagen: das Gesöff schmeckt nicht gut, das man zur Vorbereitung trinken muss. Allerdings hilft es nicht viel, wenn der Arzt/die Ärztin während der Untersuchung keine gute Sicht hat. Also muss das schon sein, auch die Menge! Ansezten, nicht drüber nachdenken, runterziehen, was besseres hinterhertrinken (Apfelschorle, Bier, klare Flüssigkeiten sind erlaubt – natürlich auch Pfefferminztee!).
    Und zur Untersuchung darf man sich gerne eine „Scheißegalspritze“ geben lassen, das ist für alle Beteiligten angenehmer! Man muss sich da nicht schlecht fühlen deswegen.
    Also, falls noch Fragen sind, ich bin ja noch da ;-). Und ich denke, meine Kolleginnen und die Frau oder der Herr Doktor machen das bestimmt sehr gut!
    Herzliche Grüße und gute Besserung einstweilen,
    Eva

    • Wie toll, danke! Die größte Unsicherheit derzeit ist allerdings, ob das überhaupt eine Divertikulitis ist, denn ich hab die Entzündung viel zu weit oben. Auch da wird dann die Darmspiegelung hoffentlich mehr verraten. Die Ernährungsratschläge sind total reizend, aber so lebe ich seit Jahren und das ist halt auch das Merkwürdige für die Ärzte, dass ich nicht ins Bild passe. Wie auch immer, ich versuche zu heilen, gesund zu bleiben und bin sehr gespannt auf (und hoffentlich erleichtert über) das Ergebnis der Darmspiegelung! Danke nochmals, auch fürs Ermutigen, bei Bauchschmerzen keine Bauchschmerzen zu haben, weil ich sie nem Arzt vorstellen soll. <3

      • Manche bekommen das halt, auch trotz guter Ernährung, leider. Und irgendwie gibt es in der Medizin leider nichts, was es nicht gibt.
        Gut ist, wenn die Entzündung zurückgeht, die Schmerzen dann hoffentlich auch entsprechend nachlassen und die Ärzte wieder grünes Licht geben. Wird schon!
        Gute Nacht,
        Eva

      • Liebe Frau Mutti, als jahrelange stille Mitleserin habe ich mich sehr gefreut, Sie heute früh via Frische Brise wiedergefunden zu haben – und las als allererstes Ihren Bericht vom Krankenhaus-Aufenthalt.

        Eins zu eins wiederspiegelte der meine Erlebnisse vom Sommer letzten Jahres, mit ‚eigentlich sind sie zu jung (44), zu gesund (ernährt), es ist am falschen Ort (nämlich oben rechts, wo die Divertikel nur in 2% der Fälle sind, angeblich), etcetc.‘
        Ich war mit ein bisschen bisschen Bauchweh nach dreieinhalb Tagen an einem Freitagnachmittag beim Betriebsarzt, der wenigstens sofort Entzündungswerte am obersten Ende der Skala feststellen konnte und dann eine Woche im Krankenhaus am Tropf.
        Darmspiegelung: alles in Ordnung, aber ‚ja, die Divertikel sind halt da‘. Muss ich meine Ernährung umstellen? ‚Nein, sie ernähren sich gesund und richtig, da müssen sie nichts gross ändern.‘ Kommt das wieder? ‚Es kann, muss aber nicht. In einem Jahr, vielleicht in fünf, vielleicht gar nicht.‘ Hm.

        Beim zweiten Schub, nach nur vier Monaten, war ich immerhin schon nach anderthalb Tagen ‚ein bisschen Bauchweh‘ beim Arzt, wieder auf dem Notfall und dann mit Antibiotika zehn Tage daheim.

        Ja, es kam wieder, schneller als man gedacht hatte. Und morgen habe ich einen Termin im Krankenhaus, zwecks ‚Lassen Sie uns doch mal über eine Operation reden‘. Meine Gedanken dazu wechselten in den letzten Wochen von ‚Ich warte bis nach dem dritten Schub ab‘ zu ‚jetzt, sofort‘ hin und her. Bei jedem Zwicken, Blähen, Bauchweh sofort zum Arzt zu rennen, mir Gedanken zu machen, so vorsichtig, so ich-fokussiert zu sein – das entspricht mir so überhaupt nicht. Und was ist, wenn ich nicht daheim bin, sondern irgendwo im Urlaub, weit weg von meinen Ärzten und meinem Krankenhaus? Wir werden sehen.

        Ihnen wünsche ich alles Gute, schnelle und gute Besserung und drücke Ihnen ganz, ganz fest die Daumen, dass Darm Ruhe gibt und die Divertikulitis nicht wiederkommt!

  4. Mein Mann hat das mit Anfang 30 gehabt, es wurde auch lange nicht erkannt (er hatte erst mal Rückenschmerzen, bevor es zum Bauch ging? Der Körper macht merkwürdige Dinge manchmal.). Er war also auch viiiiel zu jung dafür (aber immerhin übergewichtig), wie ihm die Ärzte ständig unter die Nase rieben. Als ob das was dran ändern würde… Jedenfalls hat er seitdem seine Ernährung nur so zwischenzeitlich umgestellt (hier Augen rollenden Smiley vorstellen bitte) und es trotzdem nicht wieder bekommen. Das ist jetzt ungefähr fünf Jahre her. Also: Es MUSS nicht wiederkommen und ich drücke Ihnen fest die Daumen, dass es eine einmalige Geschichte bleibt.

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