Lechweg 2018 – Nierstein bis Formarinsee

Von Nierstein braucht man siebeneinhalb Stunden bis nach Lech. Man muss in fünf verschiedene Züge steigen und danach noch in zwei verschiedene Busse. Die letzten 1,3 Kilometer Fußweg zur Alpenvereinshütte sind dann eine wahre Wohltat, vor allem wenn man den „Steig nur für Geübte“ nimmt.

Zug fahren mit Hund ist nicht sehr anstrengend, jedenfalls nicht mit unserem Hund. Lola liegt rum und wenn ihr langweilig ist, schläft sie. Mal unter den Klappsitzen im Fahrradabteil …

… wenn nix los ist, auch mal mittendrin …

… oder zusammengerollt unter dem Tisch.

Einen Maulkorb haben wir immer dabei. In den Regionalzügen bei uns herrscht keine Maulkorbpflicht, doch wenn Mitreisende sich unwohl fühlen, muss einer angelegt werden. Im ICE gibt es eine Maulkorbpflicht, doch Lola lag anderthalb Stunden unsichtbar unter dem Tisch, wir haben uns quasi durchgemogelt. In Österreich muss ein Maulkorb angelegt, doch das Zugpersonal drückte sämtliche Augen zu.

Als wir in die Busse umstiegen, musste aber der Maulkorb her und tja.

Ein glücklicher Hund sieht anders aus, aber leiden muss sie unter dem Maulkorb nicht.

Unseren Koffer stellten wir in dem Hotel ab, in dem wir von Montag bis Mittwoch unterkommen. Im Rucksack hatten wir Übernachtungssachen und all das, was wir für die Montagswanderung, der ersten Etappe auf dem Lechweg, brauchen würden.

Mit dem Bus fuhren wir bis zur Formarinalpe, von dort aus führte der Felsensteig zur Freiburger Hütte, die Alpenvereinshütte, in der wir übernachten wollten.

Da wir das mit dem Schönwetterwandern schon in Irland nicht hinbekommen hatten, war es nicht allzu überraschend, dass es sachte vor sich hin regnete. Womöglich sind ein Felsensteig und sanfter Regen keine ganz glückliche Kombination, doch über kniffeligere Stellen des Weges halfen Stahlseile und Krampen in den Felsen.

Die Bilder, die ich knipste …

sind deutlich spektakulärer, als die des Gatten. Einmal zurückgeknipst:

Alles nur noch halb so wild. Der Hund lief übrigens so lange frei, bis die Murmeltiere zu pfeifen begannen und Lola größeres Interesse an ihnen zeigte.

Nach einer halben Stunde waren wir da.

Wanderer mit Hund dürfen nicht in der Hütte übernachten. Wir durften im Winterlager schlafen. Eine kleine Hütte, ein bißchen abseits. Ganz knuffig, eigentlich …

… und schön, weil wir allein waren, doch …

… der Ofen war nicht in Betrieb und da die Temperaturen draußen unter zehn Grad lagen, war es lausig kalt. Zehn Minuten nach unserer Ankunft …

… gab es Wetter. Heftiger Regen samt Gewitter und Graupel. Als letzterer nachließ, schickten wir Lola schlafen und huschten rüber in die Hütte zum Abendessen. Dinkelnudeln mit Eierschwammerln und dazu ein Hüttenradler zum Anstoßen auf den Urlaub.

Gegen sieben Uhr rannten wir durch den Regen zurück in unsere Winterhütte. Der Gatte erbarmte sich und lief mit dem Hund zur letzten Pinkelrunde ums Haus, während ich mich in Hüttenschlafsack und drei Wolldecken wickelte.

Auf Hütten gibt es kein Netz und keine Steckdose, man schläft halt einfach ein bißchen früher. Und ignoriert die dem Hüttenradler geschuldete volle Blase, weil die Toilette in der Haupthütte ist, die nur durch Regen und Kälte zu erreichen ist. Hat geklappt, wir schliefen ziemlich gut.