Lechweg 2018 – Tagesproviant

Wie auch bei den diversen Ausrüstungsgegenständen, die in Outdoorläden so verlockend und Unentbehrlichkeit suggerierend, herumliegen, neigen wir auch beim täglichen Wanderproviant zu Maßlosigkeit. Appetit in alle Geschmacksrichtungen will bedacht sein und fürchterliche Hungerattacken, die zu sehr schlechter Laune führen, müssen sofort niedergeknüppelt werden. Und ein Heißgetränk darf doch auch nicht fehlen?

Alles Quatsch.

Wir wissen mittlerweile, dass uns ein üppiges Frühstück bis weit in den Tag trägt. Wenn der Magen dann doch knurrt oder die Energie merklich nachlässt, helfen Müsliriegel. Fruchtschnitten befriedigen meine Gier nach etwas Süßem, die mich regelmäßig am frühen Nachmittag überfällt. Nußmischungen und Trockenobst sind kleine Energieschübe, doch am allerbesten ist ein Apfel! Wenn man sich ganz sicher ist, keinen einzigen Schritt mehr tun zu können, aber noch fünf Kilometer vor einem liegen, wenn es heiß ist und Wasser den Durst nicht zu löschen scheint, dann machen wir eine Apfelpause. Wir suchen uns einen schönen Platz, schneiden den Apfel in Achtel und genießen jedes einzelne Stück. Frisch, saftig, süß. Perfekt!

Das Päckchen mit dem Traubenzucker haben wir eigentlich nur dabei, weil man Traubenzucker halt dabei hat. So als Beruhigung. (ich mag Traubenzucker nicht)

Viele kleine Pausen mit kleinen Snacks haben sich für uns besser bewährt, als eine große Pause (womöglich in einer Gaststätte mit fettem Essen und Bier). Nach einer großen Pause, vielleicht sogar mit vollem Bauch, finde ich meinen Schritt nicht mehr. Bekomme Seitenstechen, jappse bei kleinster Steigung und bin nicht mehr richtig wach.

Am Abend gibt es eine große Mahlzeit, danach müssen wir ja nur schlafen gehen.

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Dass man Müsliriegel, Fruchtschnitten und Nussmischungen fertig kaufen kann, ist eine tolle Sache. Lieber wäre es mir gewesen, ich hätte unsere Verpflegung selbst backen können. Und verschiedene Nüsse, Rosinen, Cashewkerne und Trockenobst vermischen und eindosen. Aber! Letzteres habe ich schlicht vergessen, das fiel uns heute beim Einkaufen erst wieder ein und die Sache mit den Müsliriegeln ist so eine Sache. Ich habe drei verschiedene Rezepte getestet/variiert, habe mir extra eine kleine Walze gekauft, mit der ich Müsliriegelmasse besonders fest in die Backform pressen kann. Ich habe warm geschnitten, lauwarm und ganz kalt. Ich habe Rübensirup, Honig und Agavendicksaft getestet. Ich habe feine und grobe Getreideflocken genommen, einmal auch beide vermischt. Ich habe gepufften Amaranth, gepufften Buchweizen und gepufften Quinoa untergemengt, einmal Cranberries, einmal Rosinen. Ich habe Öl und Butter, einmal auch Eiweiß untergerührt. Ich habe jedesmal hervorragenden Müslibruch produziert, den ich großspurig „Granola“ nenne und unter meine Frühstückshaferflocken rühre. Schmeckt super, lässt sich nicht gut im Rucksack transportieren.

Ich muss also weiter experimentieren, denn auch diese Fruchtschnitten möchte ich gerne selbst machen. Weil irgendwie passt das nicht gut zusammen, dass ich daheim ständig „nicht so viel Plastimüll“ predige, im Urlaub aber Berge davon produziere.