Gartyparty 19?

Ich weiß es nicht.

Wenn man ein Gartenfest plant, für das man Haus und Garten vielen Menschen öffnet, versucht man an einfach alles zu denken. Das Schwierigste ist nämlich nicht die Zusammenstellung der Gästeliste mit dem Gedanken, dass jeder mit jedem können muss. (dafür sind ja die Gastgeber da, die müssen mit jedem können und dann alles irgendwie verbinden)

Auch die Menüplanung ist weitestgehend trivial, wenn man ein bißchen den Überblick über die Anzahl der Nudelsalate behält.

Haus und Garten präsentabel zu machen, bei Freunden Sitzgelegenheiten oder Stehtische zu organisieren, kistenweise Getränke einzukaufen – geht alles.

Am Schwierigsten ist es, durch Haus und Garten zu laufen und so zu tun, als sei man fremd. Als wisse man nicht um die schwankende Rampe nach unten, die selbstgebaute Treppe mit der wackelnden Stufe. Als kenne (und rechne) man weder mit giftigen, stechenden oder brennenden Pflanzen. Als seien alle Besonderheiten oder schlicht Gegebenheiten in diesem Garten einem fremd.

Und dann setzt man sich hin und schreibt eine „Warnliste„, damit die Gäste sich vorbereiten können. Ja, das kostet die meiste Zeit.

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Die Gartyparty18 brachte zwei Helden hervor.

Zuerst einmal Lola, die mit großer Begeisterung und Engelsgeduld mit allen Kindern spielte und rannte, die beinahe allen Köstlichkeiten widerstand und sich mittels Minutenschlaf immer wieder in Form brachte. Du toller Hund, ich danke dir, dass du manch (unbeabsichtigte) übergriffige Annäherung einfach wedelnd und freundlich über dich ergehen ließest. Ich hätte an deiner Stelle vermutlich mindestens geknurrt.

Und dann natürlich Lars, dem wir es verdanken, dass die Gartyparty nicht mit einem Todesfall endete.

Auf der Warnliste steht sehr deutlich: wir haben einen ungesicherten Teich. Sehr klein nur, aber eben doch so groß, dass ein erwachsener Mann bis zur Hüfte darin steht und nach dem Kleinkind suchen muss, dass zwischen Wasserpflanzen und Modder auf dem Grund verschwindet. Er fischte das Kleinkind heraus und warf es auf den Rasen, wo meine Freundin es hochnahm und ihm ermöglichte, wieder zu atmen.

Kein Todesfall durch Ertrinken, dafür aber Gäste, die sich einen echten Schock mit nach Hause nehmen. Lieber Lars, von Herzen Dank für Deine Aufmerksamkeit und Reaktionsschnelle! Liebe Katharina, Dir von Herzen Danke für den erste-Hilfe-Einsatz! Dass ich meinen Garten samt Tümpel weiterhin lieben kann, ist nur das allergeringste Ergebnis Eures Einsatzes.

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Sollte die Gartyparty 19 stattfinden, muss ich in die Warnliste aufnehmen, dass Eltern _jederzeit_ ein Auge auf ihre Kinder haben müssen. Manchmal stehen sie nur herzzerreißend schluchzend in der Küche und rufen nach ihrer Mutter, sie sich am anderen Ende des Gartens in der scheinbaren Sicherheit wiegt, die Gartypartygäste übernähmen schon die Aufsicht fürs super selbständige Kleinkind. (grr.) Und manchmal sterben sie auch beinahe.

Ja, nachdem ich meinen Schreck überwunden hatte, kam die Wut und die darf hier mal kurz raus.

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Aber! Es war ein wundervolles Fest! Tolle Gäste, tolles Wetter, tolles Essen, tolle Getränke, tolle Stimmung! So hatte ich es mir gewünscht 🙂 Die bunte Mischung aus virtuell und analog, altbekannt und unbekannt, ganz jung und ziemlich alt, leise und laut vermengte sich ständig neu, ich versuchte mich mit jedem Gast zu unterhalten (außer mit den üblichen Verdächtigen aus Nierstein, die sehe ich ja oft), doch für wahrhaft Tiefgründiges blieb dann doch keine Zeit. Ich hoffe, meine Gäste damit nicht gekränkt zu haben!

Für meine Familie und mich war es ein vier-Tages-Event, insbesondere meinen Kindern gilt mein Dank für Hilfsbereitschaft, Einsatz und Langmut. Sonntag war ich dann quasi leergequatscht und fiel um halb zehn glücklich ins Bett.

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Vielleicht haben die Gartypartygäste Lust, mir per Mail ihre Rezepte für Kuchen und Salate zukommen zu lassen, ich würde sie gerne für Interessierte hier veröffentlichen. (und in meiner Rezeptesammlung aufnehmen!)

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Nächstes Event: das Federkuchenfest im Herbst. Ein deutlich kleinere Veranstaltung.

(auch wenn ich zwischendurch feststellte, dass der Garten 80 Menschen ganz lässig schluckt – eine Toilette wird dann echt knapp :))

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Und – ganz wichtig! Der Inhalt des Getränkekässchens deckt unsere Ausgabe! Danke!!