Schnipsel vom Krankenlager

Der grippale Infekt, der den Gatten eine Woche umwarf und den er großzügig mit jüngstem Sohn und mir teilte, klingt dann jetzt doch langsam ab. Gestern war der Tag, an dem ich das Gefühl hatte, dass ich jeden zugeführten Schluck Tee wieder aus der Nase herausschnäuzte. Immerhin: die Brii laaft ab und das muss ja auch so. Heute morgen telefonierte ich kurz mit der Klinik, denn morgen soll ich ja den Genuss einer Darmspiegelung kommen und bevor ich mir heute den Spaß mit dem Abführsalz antue, um morgen wegen eines Infektes wieder heimgeschickt zu werden, wollte ich das abklären. Da ich mittlerweile fieberfrei und auf dem Weg der Besserung bin, darf die Untersuchung stattfinden. Die Freude über den stattfindenden Eingriff hält sich jetzt ganz gut die Waage mit der Sorge, dass irgendwas gefunden wird, was da so nicht sein soll. (Weil ich ja wieder einmal wider besseren Wissens gegoogelt habe, ist mein Kopfkino mit dem allergruseligsten Horrorfilmmaterial bestückt. Dass ich in diesem Jahr bereits acht Kilo abgenommen habe, mit weiterhin fallender Tendenz, passt da ganz super ins Bild, genauso wie die Hitzewallungen, die halt auch einfach nur hormonell sein können. Schweig still, Kopfkino.)

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Selbstverständlich darf man ja nicht nur über schlimme Sachen grübeln, man kann zum Beispiel auch die Reiseplanung für dieses Jahr beginnen. Und als am Mittwoch draußen noch einmal dichtes Schneetreiben war (sooo toll, dieser Winter! So viel Schnee!), sprach der Gatte: „Weißt du eigentlich, Liebste, dass wir nächsten Monat mitten im Wald schlafen?“ Ja, das wusste ich, hatte es aber angesichts der Wettersituation eher weggeschoben und als wir den Ausflug im Dezember planten, war „April“ halt näher an Frühling und Wärme, als es am Mittwoch mit den heftigen Minustemperaturen möglich schien.

Die Übernachtung „mitten im Wald“ klingt vermutlich sehr abenteuerlich. Letztlich ist es aber nur eine Nacht im Zelt mitten im Pfälzer Wald. Das wilde Zelten in deutschen Mittelgebirgen ist nicht gestattet, um aber trotzdem eine Nacht im Wald genießen zu können, gibt es im Pfälzer Wald „Trekking Plätze“. Diese Plätze kann man hier: „Trekking im Pfälzerwald“ buchen. Bei Platzzusage bekommt man die GPS-Daten des Platzes, eine Nacht darf man dort sein Zeit aufschlagen und am nächsten Tag weiterziehen. Alles was man mitgebracht hat, muss man auch wieder mitnehmen. Der Gatte hat zwei hübsche Wandertouren um die Übernachtung herum geplant, das Abenteuer „Übernachtung im Zelt mit Hund“ haben wir letzten Sommer erfolgreich im Garten bestanden und im April ist es ja garantiert viel wärmer. Ich freue mich drauf!

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Ende Juni wollen wir den Lechweg wandern, ein Fernwanderweg von der Quelle der Lech am Formarinsee bis zum Lechfall in Füssen. Es gibt die sportlich Variante, bei der der Weg in sechs Tagen gelaufen wird, die klassische Variante für sieben Tage und die gemütliche Variante in acht Tagen. Die sportliche Variante scheidet aus, wir sind beide Genusswanderer, wollen viel schauen, anfassen, riechen, sitzen, auf uns wirken lassen. Es geht nicht um Strecke machen, sondern darum, die Strecke zu erleben. Vorletztes Jahr wanderten wir den Wicklow Way in Irland und verzichteten auch dort auf die sportliche Variante. Das haben wir nicht bereut. (Ich füge hier demnächst noch den link zu meinen damaligen Berichten ein.)

Auf dem Wicklow Way haben wir unser Gepäck geschleppt, das war in Ordnung. Komfortabler lässt es sich natürlich wandern, wenn man nur Tagesgepäck dabei hat und da uns Lola mitsamt Hundefutter und Schlafdecke auf dem Lechweg begleitet, wäre ein Gepäcktransport eine prima Sache. Mal sehen, wie wir uns entscheiden und ob es einen solchen überhaupt gibt. Übernachtung mit Hund am Weg entlang ist unkompliziert, einzig die erste Übernachtung auf einer Hütte am Formarinsee wird etwas unkomfortabler, denn mit Hund dürfen wir nur im Winterlager schlafen. Da ist aber nur eine Nacht und somit nicht schlimm.

Mittlerweile habe ich wohl so ziemlich jeden Bericht über den Weg gelesen und alle einigermaßen erträglichen you Tube-Filmchen darüber gesehen, ich weiß also ungefähr, was da anstrengungsmäßig auf mich zukommt. Obwohl ich beinahe jeden Tag bis zu zehn Kilometer mit Lola unterwegs bin und den Wicklow Way prima und ohne nennenswerte Ausfälle geschafft habe, traue ich meinen Wanderfähigkeiten noch immer nicht. Die meiste Sorgen bereiten mir übrigens nicht Auf- oder Abstiege oder lange Etappen, sondern die Holzgauer Hängebrücke, die wir queren können, aber nicht müssen. Den Lechweg gab es schon vor der Brücke, es besteht also die Möglichkeit ab- und auf der anderen Talseite wieder aufzusteigen. Das kann ich aber im Vorfeld nicht planen, auch nach dem zehnten Drohnen-Überquerungsvideo bin ich absolut unschlüssig. Vermutlich wird Lola uns die Entscheidung abnehmen, denn der Boden der Brücke ist eine Gitterrost. Kurze Strecken läuft sie anstandslos auf Gitterrost, doch dort wären es über hundert Meter. Das bleibt also spannend.

Schon die Anreise wird spannend, denn wir reisen mit Bahn und Bus. Deshalb haben wir für Lola einen Maulkorb besorgen müssen und überlegen, welche Plätze wir wo reservieren, damit sie sechs Stunden entspannt liegen kann. Da wir sowieso eine Kinderfahrkarte für sie kaufen müssen, können wir ihr wohl auch einen Platz reservieren lassen, unter dem sie dann liegt. Wahrscheinlich in einem 6er-Abteil. Aber diese Entscheidung eilt noch nicht, es ist halt neu für uns mit Hund zu verreisen und deshalb aufregend.

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Jaaa und wenn diese ganze Wanderei gut ging, ich mich endlich mit Wanderstöcken angefreundet habe und weder Knie noch irgendein anderes Körperteil zu sehr muckt, dann erfüllen wir nächstes Jahr des Gatten Traum und wandern über die Alpen.

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Wussten Sie eigentlich, dass ich seit ungefähr zehn Jahren endlich mal so lange am Meer sein will, dass ich sagen kann: ok, nun ist es genug, ich bin satt. Und was tue ich seit zehn Jahren? Wandern. (mit drei viel zu kurzen Tagesausflügen an den atlantischen und den indischen Ozean, sowie die Irische See. Viel zu wenig.)

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Die Tochter kommt Mitte des Monats zu Besuch! Vorher absolviert sie aber noch ein RoboLab und muss dort Roboter programmieren, damit diese eine bestimmte Strecke zu einem Ziel fahren. Voll einfach, glaube ich.

Roboter finde ich faszinierend und toll, deshalb habe ich mich wirklich gefreut, als ich auf den YouTube-Kanal von Simone Giertz stieß. Ich lachte bereits etliche Tränen über sie und ihre sh*tty robots.

11 thoughts on “Schnipsel vom Krankenlager

  1. na, da haben sie ja viel vor … für die meisten dinge kann man ja „viel spass“ wünschen.

    zelten mit hund ist vermutlich unproblematischer als bahnfahren mit hund. beides schon gemacht.

    tipps: gewöhnen sie lola schon jetzt daran, längere zeit mit beisskorb zu verbringen, und den auch aufzulassen ohne sich die pfoten blutig zu scheuern. am besten bewähren sich beisskörbe aus leder, die kann man problemlos zusammenknatschen und im gepäck (schlimmstenfalls in der handtasche, so ist das hier auch) mitnehmen. und fahren sie probehalber auch ein paarmal eine kürzere strecke mit ihr, notfalls auch mit einer strassenbahn. das fahren ist oft weniger das problem als das ein- und aussteigen. wenn hund da hysterisch wird, ist es dramatisch.

    bei der übernachtung in der freien natur: hängen sie das wuffdiwau an eine dünne kette, die sie wiederum an einem baum oder ähnlichem befestigen, so dass lola ins zelt und auch hinaus kann. sie läuft wohl nicht davon, kennt sich aber nicht aus und man weiss nie, was so in der finsternus der nacht hündlichen begehr erweckt: von maus über igel über fuchs über hase bis zu nachbarzelten mit nicht weggeräumten essensresten, etc. – und nein, ein zelthering reicht nicht. been there, done that: dann haben wir auf einem campingplatz drei hunde gesucht, in der nacht im regen unter 5.000 menschen im schönen ungarn ganz knapp am plattensee. experimente, die die welt nicht braucht. schon gar nicht ohne ausreichende mengen an hochprozentigem.

    • Ich würde einen Leinenpflock mitnehmen, den hatten wir beim Zelten dabei – und er hat uns gute Dienste geleistet (beispielsweise von Zooplus). Man dreht ihn einfach in den Untergrund.

      • Ein Leinenpflock ist bestimmt eine gute Anschaffung, wenn wir öfter/länger zum Zelten fahren. Für eine Nacht klappt das auch ohne im Zelt. Hoffe ich 🙂

    • Bahnfahren kennt sie schon seit der Welpenzeit, das läuft ganz angstfrei und unproblematisch. (wir haben einen tollen Hund :)) Den Maulkorb gewöhnen wir jetzt langsam ein, es ist nur ein dünnes, weiches Geschirr, das kann sie aushalten und vllt. muss sie es ja gar nicht tragen. Was das Zelten anbelangt: siehe andere Antwort. Für eine Nacht braucht es keine zusätzliche Ausrüstung.

  2. Der Gepäcktransport am Lechweg klappt übrigens ganz hervorragend, kann ich aus eigener Erfahrung berichten. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, wenn wirklich die wanderfähigkeit an irgendeinem Punkt nicht ausreichend sein sollte (was ich nicht glaube) die Möglichkeit eine Bushaltstelle anzusteuern. Es gibt quasi überall die Möglichkeit notfalls die Tagesetappe abzukürzen.
    Aus meiner Sicht die beste Begleitliteratur für den Lechweg war übrigens dieser „Leporello-Reiseführer“ .
    Für morgen alles Guten, Daumen sind gedrückt.

  3. Ich stelle mir gerade vor, wie Sie (oder ich oder wir alle) die shitty robots benutzen, großartig! :-)))) (Vor allem morgens).
    Viel Glück für morgen!

  4. Erstmal viel Glück für die Darmspiegelung (vielleicht ist sie ja schon vorbei?). Ich habe bei derartigen „Gesundheitsereignissen“ immer gern Urlaubspläne geschmiedet, das lenkt ab von den sonst ewig kreisenden Gedanken.
    Über Ihren Hundeurlaub werde ich mit großem Interesse lesen. Unser Hund ist erst 18 Monate alt und auch kleiner als Lola, aber manche Dinge sind ja dann doch gleich. Und für die Sehnsucht nach dem Meer gibt es eine einfache Lösung. Wenn Sie dem Gatten nächstes Jahr die Alpen schenken, sollte er Ihnen im Jahr drauf das Meer zu Füßen legen.

  5. Seit Nachbarshund auf einer Gitterrosttreppe eine Kralle verloren hat, vermeiden wir jegliche Untergründe dieser Art. Solche Verletzungen sind kein Spaß, schon gar nicht beim Wandern. Lieber laufen wir Umwege…
    Liebe Grüße
    Carina

  6. Wandern mit Meerblick geht auf dem englischen Küstenwanderweg z. B. in Cornwall – dann haben Sie beides 🙂 Das haben wir letzten Herbst mit unseren Töchtern gemacht. Es war herrlich – Bewegung und immer das Meer im Blick und Traumstrände noch dazu! Liebe Grüße!

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