Drei Schritte vor,

einer zurück. Oder besser: würde ich nicht immer gleich mit vollem Gas starten, würde ich leichter die Kurve kriegen.

Am Donnerstag morgen traf ich mich mit den beiden Hunderundekolleginnen zu üblichen Donnerstagsrunde. Die übliche Runde ist: von Nierstein nach Schwabsburg, dort am Rabenturm die Hunde rennen lassen. Danach aus Schwabsburg raus, nach oben in die Weinberge. Einen großen Bogen, parallel zum Modellflugplatz Richtung Wartturm und als Bonus für den Hunderundekolleginnenhund, der im Wingert nicht rennen darf: ein Schlenker über die leeren Felder der Flurbereinigung. Den Wirtschaftsweg (die “ Lörzweiler Schnellstraße“) zurück, am Wartturm vorbei, an der „Roter Hang Hütte“ vorbei und schließlich die Große Steig nach unten, den Pflasterweg vor, die Oberauflangen zurück und heim. Neuneinhalb Kilometer und als mich die Hunderundekolleginnen vor dem Bonusstück fragten, ob es nicht genug sei, winkte ich lässig ab. „Es ist so schön, sich wieder zu bewegen!“ Ja, war es auch! Außerdem schien die Sonne, die Gespräche waren gut, die Hunde brav, der Wind so frisch.

Daheim lief ich etwas schief. Schonhaltung, denn der Bauch tat weh. Nicht dieser fiese glühendes-Messer-dreimal-umdrehen-Schmerz, sondern eher ein dumpfer, warnender Schmerz. „Zuviel!“, mahnte dieser Schmerz und befahl mich in die Waagrechte. Und dort blieb ich dann auch den Rest des Donnerstags. Am Freitag saß ich dann in der Gegend herum. Erst in der Küche, danach im Wohnzimmer, schließlich im Nähzimmer. Schlapp, müde, als hätte ich eine große Wanderung hinter mich gebracht. Jede kleine Anstrengung lockte den dumpfen Schmerz hervor.

Sicherheitshalber genieße ich also wieder Schonkost, versuche die Füße stiller zu halten und die Hunderunden der nächsten Woche im fünf-Kilometer-Bereich zu halten.

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Wie mich dieses Rumjammern selbst nervt, Sie können es sich nicht vorstellen. Ich fürchte, ich bin eine sehr schlechte Patientin und meilenweit entfernt von der stillen, duldsamen Genesenden. Ich poltere lautstark schimpfend Richtung Gesundheit.

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Der Rest der Familie ist übrigens fit und nach wie vor freundlich zu mir. Entweder haben sie alle ein dickes Fell oder sie erholen sich während ihrer Arbeitszeit, wenn sie mich nicht aushalten müssen.

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Morgen werde ich mit dem Gatten die Gästeliste für die Gartyparty zusammenstellen. Mittlerweile zeichnet sich ganz klar ab, dass diese Veranstaltung ein meet&greet the one and only Frau Brüllen sein wird, mit Tieren. Zur Gartyparty wird es dann eine Seite geben, dazu gibt es bei Fertigstellung einen Hinweis hier.

3 thoughts on “Drei Schritte vor,

  1. Das ist auch in gesundem Zustand eine beachtliche Strecke. Jetzt wissen Sie einmal, dass das noch nicht geht, müssen Sie also nicht nochmal ausprobieren. Stattdessen jeden Tag/jede Woche ein bisschen steigern.
    Nach einer OP vor 2 Jahren kam ich auch nicht so schnell wieder auf die Beine, wie ich es mir eingebildet hatte. Als es mir mal wegen „Zuviel“ schlecht ging und mein Mann mir etwas mehr Geduld empfahl, (der Ratschlag „Mehr Geduld“ bringt mich mit tödlicher Sicherheit zur Weißglut) habe ich vor Wut mit dem Fuß aufgestampft und geschrien – „Ich WILL aber!“ (Damals war ich 62 Jahre alt)
    So sehe ich Sie jetzt in der grünen Villa – Mit dem Fuß aufstampfen und „Ich WILL aber!“ Das wird auch schon wieder, wenn nicht heute, dann morgen, wenn nicht diese Woche, dann nächste. Ich bin heute fitter als vor der OP.

  2. Huiuiui, meine Liebe, pass auf dich auf! (Und ja, knapp 10km, das ist auch fitim gesunden Zustand mal ein Wort!)

    Wegen Gartyparty: ich bin …. etwas verlegen, es ist mir ein bisschen peinlich und ich fühle mich gewaltig unter Druck. Hui. Auf die Party an sich freue ich mich aber sehrsehrsehr!

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