Große Kinder

Über große Kinder und die Vorteile mit ihnen zusammenzuleben habe ich schon oft geschrieben. Das möchte ich aber schon wieder tun, denn die beiden Söhne schmeißen gerade mit ihrem Vater hier den Laden. Sie räumen die Spülmaschine ein und aus, saugen die Böden, kehren die Treppen, putzen die Bäder, übernehmen die Abendrunden mit Lola. Der Gatte kocht, wäscht unsere Klamotten, kauft ein, fährt mich zu Ärzten und übernimmt die Hunderunden am Morgen. Sie haben diesen Haushaltskram unter sich aufgeteilt, neben ihrer Arbeit, und ich bin froh und dankbar, dass die Söhne bereitwillig einspringen. Ich habe bisher noch keine Klagen gehört, kein Murren, weil beispielsweise ein Computerspiel für Badputzen unterbrochen werden muss. Das macht mich froh und auch ein bißchen stolz.

Was mich übrigens genauso froh macht ist, dass die gute Beziehung der Geschwister untereinander auch mit einigen hundert Kilometern dazwischen funktioniert. Der Kontakt zur Schwester ist nach wie vor eng und beide Söhne haben Besuchswochenenden in Dresden fest gemacht. Ich weiß nicht, wie erwachsene Geschwister miteinander umgehen, denn ich habe ja keine und alles was ich weiß, stammt aus amerikanischen Sitcoms oder aus Beobachtungen aus dem Freundeskreis. (und was hab ich die Freundin schon beneidet!) Gehofft habe ich jedoch immer, dass die Kindelein auch als Erwachsene ihren guten Draht zueinander behalten und das scheint wirklich zu klappen.

Nähkästchen auf: „Frau Mutti“, wurde ich oft gefragt, „Wieso verstehen sich deine Kindelein so gut und unternehmen so viel miteinander?“

Vielleicht, weil wir den Kindelein, wenn sie sich gegenseitig verpetzen wollten (er war’s, sie hat angefangen, etc.) stets sagten, dass sie zusammenhalten müssen, denn gegen den elterlichen Schulterschluss braucht es Einigkeit und Zusammenhalt.

Wahrscheinlich gibt es noch zwei- bis dreihundert Punkte mehr, doch dieser ist der Allerwichtigste. Nach wie vor.

Nähkästchen zu.

2 thoughts on “Große Kinder

  1. Das ist so wunderbar. Ich kann diese Freude sehr nachempfinden. So haben meine 4 Kinder auch eine sehr innige Beziehung mit- und zueinander, die ich sehr genieße.
    Eine weiterhin fortschreitende Genesung wünsche ich!

  2. Und ich arbeite noch daran, dies in die Köpfe meiner Kinder zu pflanzen.
    Der Kontakt zu meinen Brüdern ist zwar freundschaftlich, aber doch etwas distanziert; aber das liegt vermutlich in meiner Familie.

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