Zyste, mysteriös

Sie erinnern sich an den hektischen Arzt, der mir in die Umkleidekabine hinterhersprang, um mich vor der unfassbar großen Zyste (mit Einblutungen! Gefährlich!) an meinem linken Eierstock zu warnen? Den würde ich gerne ein bißchen schütteln, denn entweder hat er a) Tomaten auf den Augen, b) den alten Krankenhausbericht von 2011 von mir als aktuell gelesen (weil damals: riesengroße Zyste! Geplatzt, Blut im Bauchraum, alles schlimm) oder c), die aller schlimmste Variante: er hat da was verwechselt. Vor mir war eine junge Frau mit Nierenbeckenentzündung im CT. Wenn sie die Zyste hat und das womöglich nicht weiß, dann ist diese Entzündung beinahe ihr kleinstes Problem. Ob sich das irgendwie klären lässt?

Ich jedenfalls habe mir heute zehn Minuten lang von meinem Gynäkologen mittels Ultraschallstab im Bauch herumstochern lassen. Außer einer hübschen Gebärmutter, eine vollen Blase und zwei regelrechten Eierstöcken hat er nichts gefunden. Auch die anschließende Brustuntersuchung war ohne Befund. Sollte jetzt noch der Abstrich unauffällig sein, gehe ich krebs- und zystenfrei ins Jahr. Nach dem beknackten Start ist das ja auch irgendwie verdient.

(und endlich kann ich wieder entspannt niesen und husten, ohne Angst, dass in meiner linken Bauchseite etwas „knack!“ macht, so wie damals.)

Jetzt nochmal schnell zu Dottore, denn ich fürchte, das Antibiotikum und ich werden keine Freunde. Und dann: schonen. Brei essen. Und mal im Nähzimmer nach dem Rechten sehen.

4 thoughts on “Zyste, mysteriös

  1. Kürzlich berichtete ich einem Krankenhausarzt von länger zurückliegenden Erkrankungen/Befunden. Der nächste Arzt las mir genau diese dann aus der Akte als aktuelle Untersuchungsergebnisse vor. Unglaublich.
    Ich freue mich über Ihr aktuelles Ergebnis und würde den hektischen Arzt nochmal damit konfrontieren.

  2. Supi…“kein Befund“….es kann nur aufwärts gehen. Ich drück die Daumen, dass der Januar der Tiefpunkt des Jahres war.
    Weiterhin gute Besserung und das die „breierne Zeit“ demnächst „Ge-chichte“ ist.

  3. jössas. da krieg ich schon beim lesen kopfweh.

    empfehle dringendst nicht den hektischen arzt, sondern unbedingt die zuständige „beschwerdestelle“ des krankenhauses vehement auf die diskrepanz der befundungen aufmerksam zu machen. ganz egal, was da nun passiert sein mag: so geht das nicht. in solchen fällen ist IMMER ein klaps auf die häupter aller handelnden personen unbedingt angebracht, bevor ein fatales unglück passiert. denn: ein paar tage panik sind definitiv schon ein richtiges unglück, wegen sowas sind schon leute aus dem fenster gesprungen oder haben sachen geschluckt, oder sich erschossen.

    ich hatte so was ähnliches ja auch schon einmal: https://gastgeberin.blogger.de/stories/347560/. das turnusärztelein hat damals auch eins aufs happel bekommen.

    und ansonsten gilt wirklich, wie hier auch schon geschrieben: horchen sie auf ihr bauchgefühl, im wahrsten sinne des wortes. und behalten sie im hinterkopf, dass divertikulitis neuerdings gerne diagnostiziert wird, weil: weiss man nicht genau woher sie kommt, hat irgendwie mehr oder weniger fast jeder, je älter desto öfter, man weiss nicht genau wie man behandeln soll, welche essensempfehlungen angebracht sind, und so weiter und so fort. erstaunlicherweise berichten mir immer mehr leute davon, dass sie damit diagnostiziert wurden, und je privater und höher versichert, desto komplizierter scheinen diagnose und behandlung zu sein … kommt mir irgendwie vor wie die nachfolge des seinerzeit ähnlich beliebten helicobacter pylori. von dem hört man heutzutage auch so gut wie nix mehr, vor 20 jahren wurde da herumuntersucht und behandelt dass die kranken kassen das fürchten lernten.

    es geht weniger darum, irgendwas zu verharmlosen, sondern sehr viel mehr darum dieser probieren-wir-einmal-herum – mentalität was entgegenzusetzen. da wird dann nämlich leicht irgendwas übersehen, das ohne besondere probleme aus der welt zu schaffen wäre. also: nix auf die leichte schulter nehmen, wenn es kneift oder ziept ab zum doktor, aber in weiss-man-nicht-genau – fällen immer und unbedingt eine zweite, gerne auch dritte meinung einholen.

    sie machen aber auch was mit, dabei sind jetzt die kindelein halbwegs erwachsen und selbständig, und sie sollten doch zeit und musse haben, sich ausschliesslich um lustige, angenehme und interessante dinge zu kümmern. ts. bessern sie sich ihnen dieserbezüglich, bitte.

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