Schnee, Sauna und Garten

Die magischen drei Stunden heute morgen, als es dicke Flocken schneite und das usselige Graubraun des Spätwinters unter weißer Watte versteckt wurde, nutzten der Gatte und ich für eine ausgiebige Hunderunde. Achteinhalb Kilometer mit dem sehr schneebegeisterten Hund durch den Wingert. Reines Glück. (und erst ganz am Schluss Bauchschmerzen, es wird, es wird)

Als wir heimkamen, deckte der Große gerade den Tisch für ein sehr spätes Frühstück. Der Jüngste kroch aus seinem Bett und wir genossen alle den Zitronenkuchen, den er gestern abend gebacken hatte.

Während des Frühstücks heizte die Sauna vor und ja, es ist ein Leichtes, einen ganzen Sonntagnachmittag dort zu vertrödeln. In den Ruhepausen stellten wir die Gästeliste für die Gartyparty18 zusammen. Die magische Zahl ist: 80 (Gäste). Emails mit Nachfrage nach Ihrer Adresse gehen ab morgen raus. Wir sind jetzt sehr aufgeregt und vorfreudig.

Ein Blick durch den Garten lässt so langsam meine Gärtnerinnenhände, insbesondere den grünen Daumen jucken, denn das sieht doch alles sehr wüst und wild aus.

Der Schnee war bis zum Spätnachmittag beinahe vollständig weggetaut und leider zeigt sich jetzt im Garten, dass da noch jede Menge Frost fehlt. Das, was eigentlich runterfrieren sollte, steht in Saft und Kraft, dazwischen blühen Gänseblümchen, Hornveilchen und Ringelblumen.

Noch ein Strunk voller Rosenkohlköpfchen wartet auf baldigen Verzehr, für den heutigen Rosenkohleintopf hat der Gatte über ein Kilo geerntet. Tolles Gemüse!

Die Bauchschmerzen verschwanden übrigens sehr schnell und ich merke, dass gerade eine drei-Schritte-vor-Phase anbricht.

Drei Schritte vor,

einer zurück. Oder besser: würde ich nicht immer gleich mit vollem Gas starten, würde ich leichter die Kurve kriegen.

Am Donnerstag morgen traf ich mich mit den beiden Hunderundekolleginnen zu üblichen Donnerstagsrunde. Die übliche Runde ist: von Nierstein nach Schwabsburg, dort am Rabenturm die Hunde rennen lassen. Danach aus Schwabsburg raus, nach oben in die Weinberge. Einen großen Bogen, parallel zum Modellflugplatz Richtung Wartturm und als Bonus für den Hunderundekolleginnenhund, der im Wingert nicht rennen darf: ein Schlenker über die leeren Felder der Flurbereinigung. Den Wirtschaftsweg (die “ Lörzweiler Schnellstraße“) zurück, am Wartturm vorbei, an der „Roter Hang Hütte“ vorbei und schließlich die Große Steig nach unten, den Pflasterweg vor, die Oberauflangen zurück und heim. Neuneinhalb Kilometer und als mich die Hunderundekolleginnen vor dem Bonusstück fragten, ob es nicht genug sei, winkte ich lässig ab. „Es ist so schön, sich wieder zu bewegen!“ Ja, war es auch! Außerdem schien die Sonne, die Gespräche waren gut, die Hunde brav, der Wind so frisch.

Daheim lief ich etwas schief. Schonhaltung, denn der Bauch tat weh. Nicht dieser fiese glühendes-Messer-dreimal-umdrehen-Schmerz, sondern eher ein dumpfer, warnender Schmerz. „Zuviel!“, mahnte dieser Schmerz und befahl mich in die Waagrechte. Und dort blieb ich dann auch den Rest des Donnerstags. Am Freitag saß ich dann in der Gegend herum. Erst in der Küche, danach im Wohnzimmer, schließlich im Nähzimmer. Schlapp, müde, als hätte ich eine große Wanderung hinter mich gebracht. Jede kleine Anstrengung lockte den dumpfen Schmerz hervor.

Sicherheitshalber genieße ich also wieder Schonkost, versuche die Füße stiller zu halten und die Hunderunden der nächsten Woche im fünf-Kilometer-Bereich zu halten.

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Wie mich dieses Rumjammern selbst nervt, Sie können es sich nicht vorstellen. Ich fürchte, ich bin eine sehr schlechte Patientin und meilenweit entfernt von der stillen, duldsamen Genesenden. Ich poltere lautstark schimpfend Richtung Gesundheit.

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Der Rest der Familie ist übrigens fit und nach wie vor freundlich zu mir. Entweder haben sie alle ein dickes Fell oder sie erholen sich während ihrer Arbeitszeit, wenn sie mich nicht aushalten müssen.

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Morgen werde ich mit dem Gatten die Gästeliste für die Gartyparty zusammenstellen. Mittlerweile zeichnet sich ganz klar ab, dass diese Veranstaltung ein meet&greet the one and only Frau Brüllen sein wird, mit Tieren. Zur Gartyparty wird es dann eine Seite geben, dazu gibt es bei Fertigstellung einen Hinweis hier.

Rückblende

Seit drei Abenden besteht mein Program darin, die alten Blogeinträge wieder lesbar zu machen. Das bedeutet, dass ich jeden einzelnen nochmal lese und dann entscheide, ob ich ihn freischalte oder nicht. Das Freischalten fällt mir schwerer als erwartet, denn in vielen Beiträgen finde ich mich nicht mehr wieder, ich würde sie heute erst gar nicht schreiben oder wenn doch, dann würde ich sie ganzganzganz anders schreiben. Ich habe mich also tatsächlich weiterentwickelt, das ist ja erfreulich.

Außerdem fällt mir auf, dass ich wirklich, wirklich oft krank war. Ständig erkältet, jeder Virus, den die Kindelein heimbrachten, landete bei mir. Erschöpfung war ein Dauerzustand, in beinahe jedem Blogartikel thematisiere ich Müdigkeit. Schlimm.

Das Tolle am Lesen der alten Artikel ist, dass ich mich an die ganzen Begegebenheiten wieder erinnern kann, auch an die, die ich nicht aufgeschrieben habe, die nur zwischen den Zeilen zu finden sind. Das war eine anstrengende Zeit damals. Ich trug so viele Sorgen mit mir herum! Hätte ich doch nur einmal kurz in die Zukunft schauen dürfen, denn so viele dieser dunklen, schweren Lasten sind mittlerweile einfach … verpufft oder wiegen nicht mehr so schwer. Mein altes „alles wird gut!“-Mantra ist also wirklich eingetreten!

Bin wieder weg, muss mein altes Leben nachlesen!