Herausforderungen

Vor ein paar Tagen las ich einen empörten Tweet: 14jährige mussten einen Ausflug mit den Fahrrädern machen, 70 Kilometer durch ein Mittelgebirge, sechs Stunden unterwegs, bei dieser Hitze! Alle Kinder total erschöpft, mussten daheim erstmal ganz viel trinken und schlafen.

Die Reaktionen darauf reichten von „unverantwortlich von dem Lehrer!“ über „direkt melden/Gespräch suchen/mit dem Direktor reden/anzeigen“, „das ist Körperverletzung!“ schrie man und dann gab es die unflätigen Gewaltausbrüchen, die ich hier nicht zitieren werde. Einige zaghafte Ansätze in Richtung „naja, über einen ganzen Tag ist die Distanz doch zu schaffen“, gab es auch, diese wurden aber im Zuge der allgemeinen Empöria direkt abgebügelt, ein Ausflug über maximal 20 Kilometer sei ja wohl absolut ausreichend!

Weil ich von Diskussionen bei Twitter nichts halte, denn diese führen unweigerlich zu heftigen Missverständnissen, ich aber eine (andere) Meinung habe, schreibe ich halt hier, ganz in Ruhe.

Eine Radtour über 70 Kilometer, bergauf und wieder bergab, ist schon eine stolze Strecke. Keiner der Empörten hatte auch nur ein Wort des Lobes bezüglich der Leistung der Radler. Denn: alle kamen an! Das ist großartig, dass es alle geschafft haben, obwohl wahrscheinlich manche eher untertrainiert sind, andere ein schlechtes Rad hatten und mindestens fünf gigantische Rennmaschinen fuhren, ohne Kenntnis der richtigen Handhabe bezüglich Schaltung der 56348 Gänge derselben. Alle 14jährigen radelten einen ganzen Tag lang, strampelten Berge hoch und rasten sie auf der anderen Seite wieder runter, schwitzten wie verrückt, hatten vermutlich Wadenschmerzen und einen wunden Hintern, kamen fix und fertig daheim an und hatten wahrscheinlich am nächsten Tag neben einem Muskelkater auch eine gute Portion mehr Zusammenhalt. Und wenn letzterer vielleicht nur über „der bescheuerte Lehrer XY, der alte Schinder“ zustande kommt, egal. Alle haben es geschafft, wie toll!

Ließe man die Empörten einen Ausflug planen, sähe dieser womöglich so aus: Wir radeln gemeinsam auf den Grillplatz der Nachbargemeinde (Distanz: zehn Kilometer). Die freundlichen Eltern A und B haben dort einen kleinen Imbiss vorbereitet (für Getränke- und Essensspenden bitte in der beiliegenden Liste eintragen). Gegen 14:00 Uhr treten wir den Rückweg an. Liebe Eltern, sorgen Sie bitte für angemessenen Sonnenschutz und ausreichende Getränke (am Besten Wasser wegen der Wespen), das Wetter soll sehr warm und sonnig werden.

Das ist ein Ausflug, bei dem 14jährige schon beim Lesen der Planung gähnen, ein Ausflug, so spannend wie Briefschach. Da gibt es keine Herausforderung, da kommt man nicht mal in die Nähe seiner Grenze, geschweige denn, dass man mal zwei Schritte drüber geht. Das ist Schulalltag halt ohne Klassenzimmer. Und garantiert nicht das, wovon man seinen Enkeln mal erzählt, im Sinne von „als ich in eurem Alter war, radelten wir mal bei glühender Sonne SIEBZIG Kilometer in den Bergen herum, DA waren wir fertig und wussten, was wir geschafft haben!“

Vor lauter „wir müssen alles kontrollieren und unsere Kinder beschützen“ nehmen wir ihnen leider auch die Chance, ein paar aufregende Sachen zu erleben, sich zu spüren und ein echtes Erfolgserlebnis, das nichts mit einer guten Note oder einem Levelaufstieg zu tun hat, zu erfahren. Das ist schrecklich schade und nicht wieder gut zu machen.

Internationaler Frauentag

Keine Glückwünsche an die Frauen hier, keine flammenden Gleichberechtigungsreden.

Nur ein kleiner Aufruf an uns Eltern: alles was Söhne können, können Töchter auch. Alles was Söhne dürfen, dürfen Töchter auch. Alles was Söhne müssen, müssen Töchter auch.

Es ist doch ganz leicht.

Nicht ganz so leicht, aber lohnenswert ist es, u.a. auf folgende Sprüche zu verzichten:

– ach ja, Mathe hab ich auch nie kapiert

– in den Sportstunden hatte ich immer meine Tage, hihi.

– diese Chemieformeln braucht man nie mehr im Leben

– Physik war für mich auch immer ein Buch mit sieben Siegeln

– Deutsch und Fremdsprachen liegen Mädchen einfach viel besser.

Vielleicht sind das nicht Ihre Sprüche, aber vielleicht die von Großeltern, Freunden, Nachbarn oder auch Lehrern. Mit denen zu streiten hilft meistens wenig, aber den eigenen Töchtern „doch!“ und „Aber!“ beizubringen, das hilft sehr viel.

„Doch!“ und „Aber!“ dürfen Sie übrigens auch Ihren Söhnen beibringen!

*****

Die Frau des Tages für mich:

Sie hat frustrierenden Unterricht in Mathematik und frauendiskriminierenden Unterricht in Physik mit ein wenig Unterstützung von uns überstanden. Hat allen Widrigkeiten zum Trotz Leistungskurse in beiden Fächern belegt und mit Bravour gemeistert. Sie studiert Informationssystemtechnik mit sehr wenigen Kommilitoninnen und wechselt im Herbst in ein duales Studium bei der DLR. Sie wird nicht ins All fliegen, aber vielleicht den nächsten Marsroboter bauen.

Weil sie ziemlich oft „Doch!“, „Aber!“ und „Jetzt erst recht!“ gesagt, geschrieen und geweint hat. Dieser Weg hätte so viel leichter sein können und ich wünsche mir Leichtigkeit für meine Enkelinnen.

Es gibt noch so viel zu schreiben, gerade auch über Söhne, die in dieser Gleichberechtigungswelle beinahe ein bißchen nach Luft schnappen müssen. Heute nicht.

Sentimentalitis

24. Februar.

Traditionell schreibe ich an diesem Tag höchst sentimentale Blogartikel. Traditionen soll man pflegen, deshalb wenigstens ein Artikelchen.

Der Jüngste. Da ich derzeit Artikel für Artikel des alten Blogs zum Lesen wieder freischalte, sind die Erinnerungen an die Zeit mit den kleineren Kindelein aufgefrischt. Und ich kann ehrlich sagen: hui. Das Schöne an dieser Bloggerei ist tatsächlich, dass ich nicht nur nachlesen kann, sondern auch daran erinnert werde, was ich nicht geschrieben habe, was da nur zwischen den Zeilen steht.

Der Jüngste. Heute ist sein 19. Geburtstag! Wir werden ihn erst heute nachmittag sehen, denn er hat mit Freunden im Jugendkeller hineingefeiert und übernachtet dort. Wir haben ab zehn einen Termin, kommen erst zum Nachmittagskaffee, zusammen mit Omas und Opas, zurück.

Der Jüngste feiert mit Freunden! Allein dieser Satz macht mich glücklich! Es gab so viele Jahre, in denen er keine richtigen Freunde hatte. Die Herzen flogen ihm zu, weil sein Lächeln strahlte, doch Sprachauffälligkeit und „irgendwie anders“ gefiel Gleichaltrigen nicht. Kinder sind grausam. Ein Forrest Gump findet nur im Film die bedingungslose Freundschaft. In dieser Zeit waren die Geschwister Halt und Anker. Dafür bin ich so dankbar!

Heute hat der Jüngste einen echten Freundeskreis. Er trifft sich zum Quatschen, Billard spielen und zu irgendwelchen Turnieren mit Magic-Karten. Beinahe jedes Wochenende ist er unterwegs, das ist großartig!

Seine Ausbildung zieht er durch und ich ziehe meinen Hut. Jeden Morgen verlässt er kurz vor sechs das Haus, abends ist es manchmal schon nach sieben, bis er heimkommt. 200 Überstunden hatten sich angesammelt, einen Teil feierte er ab, der andere Teil wurde ausgezahlt. Überstunden lassen sich nicht vermeiden, denn die Anfahrt zu Baustellen ist oft lang. Er schleppt Rohre durch die Gegend und schraubt/dreht/lötet/schweißt sie aneinander, kriecht in Kellern herum, setzt Waschbecken und Toiletten, entsorgt Müll, richtet Werkzeug, arbeitet schwer, gruselt sich vor nix. Sein Kreuz ist breit geworden und seine Augen leuchten, wenn er berichtet, was er gearbeitet hat. Einer seiner verschlungenen Lebenspfade scheint da ans Ziel gelangt zu sein.

Trotz der harten Arbeitszeiten geht er montags zum Sport und mittwochs zum Klettern. (der Gatte berichtet neiderfüllt, wie leicht und kraftvoll sich der Jüngste von Griff zu Griff zieht und damit die wirklich schweren Routen schafft) Er übernimmt Hunderunden und erledigt das, was ich ihm im Haushalt auftrage, ohne zu Murren. Und neulich baute er mir eine Gartendusche für die Abkühlung nach dem Saunagang. Eine mit feiner, gleichmäßiger Brause, die des Gatten kippt Wasser wie aus einem Eimer, das mag ich nicht.

Der Jüngste ist groß (wenn seine Schwester nicht da ist aber doch der kleinste in der Familie), stark und, obwohl er das schicke Bärtchen wieder abrasiert hat, gutaussehend. Seit ein paar Wochen beobachten wir, dass es sprachlich noch immer Weiterentwicklungen und Fortschritte gibt. Das Stammeln und die vielen Ansätze, etwas sagen zu wollen, werden weniger und der wirklich sehr große Wortschatz kommt zum Vorschein. Ich wünsche mir manchmal, er würde den Menschen, die ungeduldig Sätze für ihn beenden, einfach „Moment, lass mich ausreden!“ zurufen.

In einer Familie, in der Wortwitz und schnelle, pointenreiche Dialoge, Sarkasmus und Ironie an der Tagesordnung sind, hatte er es viele Jahre sehr schwer. Er konnte nicht mithalten oder verstand Manches nicht. Heute hält er mit, gibt Kontra. Verblüfft uns. Lässt uns schallend lachen. Und vor Freude darüber fast platzen.

Er ist fast angekommen, in diesem selbständigen, erwachsenen Leben. Kochen kann er, backen kann er und über diesen ganzen Bank-, Versicherungs- und Vorsorgekram hat er einen besseren Überblick als ich.

Vor vielen Jahren schrieb ich mal, ich wünschte, ich könne nur ganz kurz mal in die Zukunft schauen. Nur um ein bißchen Hoffnung zu tanken. Heute ist dieser Wunsch nicht mehr dringend, heute schaue ich ziemlich gerne und begeistert auf den Weg zurück. Was wir alles gewuppt haben! Wie verzweifelt wir manchmal waren! Wie zäh es manchmal voran ging, drei Schritte vor, zwei zurück.

Wir haben es geschafft, der Jüngste und wir. 19 Jahre! Herzlichen Glückwunsch, Lieblingsjüngster!

Nähkästchenplauderei

Gestern zeigte ich bei Instagram meine eifrig im Garten helfenden Söhne und schrieb dazu, dass diese das doch freiwillig und freudig tun. Daraufhin wurde ich gebeten zu verraten, welche Zaubertricks ich da früher wohl angewandt hätte. Dann will ich das mal tun, die Tricks verraten, aus dem Nähkästchen plaudern.

Das Geheimnis lautet schlicht: Bedürfnisorientierung!

„Huch, Frau Mutti!“, werden Sie vielleicht jetzt anmerken, „Das gab es doch damals, vor 15, 20 Jahren, noch gar nicht, das ist doch eine Erfindung der jungen Mütter von heute!“

Doch, doch, muss ich dann leider einwenden, das gab es damals schon, aber es war alles ein bißchen anders. Aber der Begriff passt doch so prima, deshalb muss ich ihn verwenden. Das war nämlich, am Thema Gartenarbeit festgemacht, so:

„Kindelein,“, so sprachen wir Eltern, „unser aller Garten verwildert, da müssen wir ran. Der Sommerflieder muss runtergeschnitten, der Rasen gemäht, Brennnesseln gejätet, ein Stück umgegraben und außerdem müssen Straße und Terrasse gekehrt werden. Wer übernimmt was?“

Nach manchmal hitziger Diskussion hatte jeder, auch wir Eltern, eine oder mehrere Aufgaben. Wir gingen zusammen raus, arbeiteten gemeinsam und am Abend wurde gegrillt oder es gab Pizza vom Italiener.

Und was hat das jetzt mit Bedürfnisorientierung zu tun? Immerhin hatten die Kindelein sicherlich nicht das Bedürfnis im Garten zu schuften, sondern hätten doch viel lieber gespielt, gebastelt, sich mit Freunden getroffen?

Nun, das war zuerst mal das Bedürfnis des Gartens. Der musste in Ordnung gebracht werden, damit er weiterhin ein Ort der Freude und Erholung für uns alle sein konnte. Dann war da mein Bedürfnis, dass diese Arbeit zügig verrichtet wird. Nicht von mir alleine, denn es handelt sich ja um unseren Garten und mal ehrlich: alleine würde ich das nicht schaffen. Und das Bedürfnis des Gatten, mit allen gemeinsam etwas zu unternehmen. Das kann auch gemeinsames Arbeiten sein.

Ja, die Kindelein waren nicht begeistert von der Aussicht auf einen langen, arbeitsreichen Tag im Garten und hätten wir uns nach der modernen Bedürfnisorientierung gerichtet, wären wir vermutlich gemeinsam ins Kino gegangen. Das hätte die Kindelein sehr glücklich und zufrieden gemacht und im Kino sieht man ja auch den verwildernden Garten nicht.

Stattdessen haben die Kindelein

– einen ganzen Tag draußen verbracht

– sich körperlich verausgabt

– gelernt, sich bei der Aufgabenverteilung zu einigen

– Zeit mit uns verbracht

– Erfolgserlebnisse nach getaner Arbeit gehabt

– sehr viel über Gartenarbeit gelernt

– sehr viel über Pflanzen und Insekten gelernt

– mit uns am Abend zusammen das besondere (Belohnungs)Essen genossen

– und obendrein eine große Portion „gemeinsam haben wir echt was gestemmt“ bekommen

Ziemlich viel von dem was so ein Kind halt so braucht und lernen können sollte, ziemlich viel Bedürfnisorientierung, nebenbei.

Wir hatten, neben einem ordentlicheren Garten,

– einen wunderbaren Tag mit unseren Kindern verbracht

– viel erzählt bekommen, denn wenn die Hände beschäftigt sind, lockert sich die Zunge

– uns über unsere geschickten, freundlichen Kinder gefreut

Jedesmal wenn ich aus dem Nähkästchen plaudere, nenne ich unser Erziehungskonzept „bestechen, bedrohen, erpressen“, weil das klingt total witzig und provokativ gleichermaßen, doch im Grunde genommen stimmt das natürlich nicht. Wir haben gefordert und verlangt, waren (und sind) nervig und anstrengend. Gleichzeitig haben wir immer erklärt, warum wir alle zusammen für etwas arbeiten. Für _unser_ Haus, für _unseren_ Garten, für _unser_ gemeinsames Leben. Alle packen mit an und hinterher gibt es Kuchen. Oder Eis. Oder einem Film. Oder Döner. Egal, Belohnung und genießen für alle.

Das fing früh an mit „du räumst deine Bauklötze in die Kiste, ich wische Staub. Dann lesen wir ein Buch.“ Ging über „Ihr räumt eure Zimmer auf und saugt sie, ich putze in der Zwischenzeit das Bad und kehre die Treppe.“ Und heute heißt es „Du saugst durch, du gehst mit dem Hund und ich gehe einkaufen.“ Oder wir zählen auf was getan werden muss, und dann suchen wir uns halt etwas aus. Natürlich war das oft ganz platt schlimm verpönte „wenn-dann“-Erziehung, denn manchmal gab es auch kein „dann“, weil das „wenn“ nicht erledigt worden war und dann passt ja „bestechen, bedrohen, erpressen“ wieder.

Wir wollten vermitteln, wie es funktioniert, dass sich alle Familienmitglieder gleich wohl fühlen können. Das klappt nur, wenn die Bedürfnisse eines jeden Familienmitglieds berücksichtigt werden. Nicht zwangsläufig gleichzeitig. Das ist uns, glaube ich, ziemlich gut gelungen. Sagen auch die nun erwachsenen Kindelein.

Wenn sie erst mal aus dem Haus sind,

dann:

-ist viel mehr Platz

-gibt es viel weniger Wäsche

-brauchen wir weniger Geschirr

-ist das Bad frei, wenn man es braucht

usw.

Aber. Gestern morgen schrieb ich ein wenig mit der Tochter hin und her. Die Tocher, die da im fernen Dresden nicht nur fleißig studiert, sondern auch ihr Studentenleben mit all seinen Vorzügen (ermäßigter Eintritt in die Oper! Wie toll!) lebt. Sie berichtete von ihren Plänen und ich die Neuigkeiten von daheim, sie schickte Selfies, ich Haustierbilder und ach. Obwohl uns diese wunderbaren Medien zusammenrücken lassen, was gäbe ich drum, mich für ein paar Minuten täglich, vielleicht auf einen gemeinsam Kaffee, zu ihr hinbeamen zu können. Ihre Stimme zu hören, ihr beim Erzählen zuzusehen, sie Strahlen und Funkeln zu sehen.

Schmutzige Wäsche und ungesptea Geschirr darf sie behalten, aber hey, meine Lieblingstochter fehlt mir manchmal schon sehr. (Mitte März besucht sie uns wieder, ich freu mich!)

Große Kinder

Über große Kinder und die Vorteile mit ihnen zusammenzuleben habe ich schon oft geschrieben. Das möchte ich aber schon wieder tun, denn die beiden Söhne schmeißen gerade mit ihrem Vater hier den Laden. Sie räumen die Spülmaschine ein und aus, saugen die Böden, kehren die Treppen, putzen die Bäder, übernehmen die Abendrunden mit Lola. Der Gatte kocht, wäscht unsere Klamotten, kauft ein, fährt mich zu Ärzten und übernimmt die Hunderunden am Morgen. Sie haben diesen Haushaltskram unter sich aufgeteilt, neben ihrer Arbeit, und ich bin froh und dankbar, dass die Söhne bereitwillig einspringen. Ich habe bisher noch keine Klagen gehört, kein Murren, weil beispielsweise ein Computerspiel für Badputzen unterbrochen werden muss. Das macht mich froh und auch ein bißchen stolz.

Was mich übrigens genauso froh macht ist, dass die gute Beziehung der Geschwister untereinander auch mit einigen hundert Kilometern dazwischen funktioniert. Der Kontakt zur Schwester ist nach wie vor eng und beide Söhne haben Besuchswochenenden in Dresden fest gemacht. Ich weiß nicht, wie erwachsene Geschwister miteinander umgehen, denn ich habe ja keine und alles was ich weiß, stammt aus amerikanischen Sitcoms oder aus Beobachtungen aus dem Freundeskreis. (und was hab ich die Freundin schon beneidet!) Gehofft habe ich jedoch immer, dass die Kindelein auch als Erwachsene ihren guten Draht zueinander behalten und das scheint wirklich zu klappen.

Nähkästchen auf: „Frau Mutti“, wurde ich oft gefragt, „Wieso verstehen sich deine Kindelein so gut und unternehmen so viel miteinander?“

Vielleicht, weil wir den Kindelein, wenn sie sich gegenseitig verpetzen wollten (er war’s, sie hat angefangen, etc.) stets sagten, dass sie zusammenhalten müssen, denn gegen den elterlichen Schulterschluss braucht es Einigkeit und Zusammenhalt.

Wahrscheinlich gibt es noch zwei- bis dreihundert Punkte mehr, doch dieser ist der Allerwichtigste. Nach wie vor.

Nähkästchen zu.