Internationaler Frauentag

Keine Glückwünsche an die Frauen hier, keine flammenden Gleichberechtigungsreden.

Nur ein kleiner Aufruf an uns Eltern: alles was Söhne können, können Töchter auch. Alles was Söhne dürfen, dürfen Töchter auch. Alles was Söhne müssen, müssen Töchter auch.

Es ist doch ganz leicht.

Nicht ganz so leicht, aber lohnenswert ist es, u.a. auf folgende Sprüche zu verzichten:

– ach ja, Mathe hab ich auch nie kapiert

– in den Sportstunden hatte ich immer meine Tage, hihi.

– diese Chemieformeln braucht man nie mehr im Leben

– Physik war für mich auch immer ein Buch mit sieben Siegeln

– Deutsch und Fremdsprachen liegen Mädchen einfach viel besser.

Vielleicht sind das nicht Ihre Sprüche, aber vielleicht die von Großeltern, Freunden, Nachbarn oder auch Lehrern. Mit denen zu streiten hilft meistens wenig, aber den eigenen Töchtern „doch!“ und „Aber!“ beizubringen, das hilft sehr viel.

„Doch!“ und „Aber!“ dürfen Sie übrigens auch Ihren Söhnen beibringen!

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Die Frau des Tages für mich:

Sie hat frustrierenden Unterricht in Mathematik und frauendiskriminierenden Unterricht in Physik mit ein wenig Unterstützung von uns überstanden. Hat allen Widrigkeiten zum Trotz Leistungskurse in beiden Fächern belegt und mit Bravour gemeistert. Sie studiert Informationssystemtechnik mit sehr wenigen Kommilitoninnen und wechselt im Herbst in ein duales Studium bei der DLR. Sie wird nicht ins All fliegen, aber vielleicht den nächsten Marsroboter bauen.

Weil sie ziemlich oft „Doch!“, „Aber!“ und „Jetzt erst recht!“ gesagt, geschrieen und geweint hat. Dieser Weg hätte so viel leichter sein können und ich wünsche mir Leichtigkeit für meine Enkelinnen.

Es gibt noch so viel zu schreiben, gerade auch über Söhne, die in dieser Gleichberechtigungswelle beinahe ein bißchen nach Luft schnappen müssen. Heute nicht.

Schnee, Sauna und Garten

Die magischen drei Stunden heute morgen, als es dicke Flocken schneite und das usselige Graubraun des Spätwinters unter weißer Watte versteckt wurde, nutzten der Gatte und ich für eine ausgiebige Hunderunde. Achteinhalb Kilometer mit dem sehr schneebegeisterten Hund durch den Wingert. Reines Glück. (und erst ganz am Schluss Bauchschmerzen, es wird, es wird)

Als wir heimkamen, deckte der Große gerade den Tisch für ein sehr spätes Frühstück. Der Jüngste kroch aus seinem Bett und wir genossen alle den Zitronenkuchen, den er gestern abend gebacken hatte.

Während des Frühstücks heizte die Sauna vor und ja, es ist ein Leichtes, einen ganzen Sonntagnachmittag dort zu vertrödeln. In den Ruhepausen stellten wir die Gästeliste für die Gartyparty18 zusammen. Die magische Zahl ist: 80 (Gäste). Emails mit Nachfrage nach Ihrer Adresse gehen ab morgen raus. Wir sind jetzt sehr aufgeregt und vorfreudig.

Ein Blick durch den Garten lässt so langsam meine Gärtnerinnenhände, insbesondere den grünen Daumen jucken, denn das sieht doch alles sehr wüst und wild aus.

Der Schnee war bis zum Spätnachmittag beinahe vollständig weggetaut und leider zeigt sich jetzt im Garten, dass da noch jede Menge Frost fehlt. Das, was eigentlich runterfrieren sollte, steht in Saft und Kraft, dazwischen blühen Gänseblümchen, Hornveilchen und Ringelblumen.

Noch ein Strunk voller Rosenkohlköpfchen wartet auf baldigen Verzehr, für den heutigen Rosenkohleintopf hat der Gatte über ein Kilo geerntet. Tolles Gemüse!

Die Bauchschmerzen verschwanden übrigens sehr schnell und ich merke, dass gerade eine drei-Schritte-vor-Phase anbricht.

haarsträubend

Normalerweise wünscht man sich als Bloggerin eher selten Ratschläge und Tipps, vor allem keine ungefragten, doch heute frage ich Sie ausdrücklich danach!

Es ist nämlich so, dass meine Haare mittlerweile überschulterlang sind und ich sie aus Bequemlichkeitsgründen gerne in einem Pferdeschwanz, zwei Zöpfen rechts und links oder – ganz im Trend, glaube ich – als messy bun am Hinterkopf oder oben auf dem Kopf trage.

Verzeihen Sie die schlechte Qualität des Bildes, ich will nur veranschaulichen, was „oben auf dem Kopf“ bedeutet. Diese Frisur mag ich ganz gerne, sie hat was Fröhliches, weil sich irgendwann feine Strähnen aus dem Haarknüddel stehlen. Gefällt mir.

Aber! Nach spätestens zwei Stunden mit Knüddel auf dem Kopf „tun mit die Haare weh“. Also natürlich nicht die Haare, sondern die Kopfhaut. Egal was, das schmerzt fies, besonders dann, wenn ich den Knüddel aufmache und die Haare sich wieder „aushängen“. Das tat ich vor fünf Stunden, ich kann mir noch immer nicht auf den Kopf fassen, das schmerzt wirklich fies.

Und nun?

1. Mache ich was falsch mit dem Knüddel? Ich mache mir einen Zopf, drehe diesen bis er sich in eine Schnecke legt. Darum wickele ich einen zweiten Haargummi. Fertig.

2. Gibt es Tricks, die den Aushäng-Schmerz, sollte er eben dazugehören, verkürzen?

3. Würde ich mich sehr ärgern, ließe ich mir die Haare wieder kurz schneiden? (weil diese Mähne hat schon was! Vor allem Gewicht.)

Jetzt also Sie! Ich bin wirklich eine Langhaar-Anfängerin. Das letzte Mal hatte ich sie vor 15 Jahren lang. Da trug ich immerimmerimmer einen langweiligen Pferdeschwanz. Gähn.

12 von 12 – 01/18

Zwölf Bilder am Zwölften eines Monats, gesammelt von Frau Kännchen

Vielleicht wird das die langweiligste 12von12-Sammlung, die je in einem Blog gezeigt wurde, doch außer Mahlzeiten und selbstverständlich allerliebster Haustiere hatte dieser Tag bildermäßig nicht viel zu bieten.

„Ich richte Ihnen noch die Tabletten für den Tag!“, hatte die Nachtschwester um fünf Uhr versprochen und sie hatte Wort gehalten. Nun besitze ich also ein schickes Tablettensortierkästchen und fühle mich direkt dreißig Jahre älter.

Die Visite kam und ich wurde ganz offiziell entlassen. Ich müsse noch auf den Arztbrief warten und die CD mit den Bildern vom CT könne ich unten in der Radiologie anfordern. „Ach, ich ruf da schnell an, dann müssen sie nachher die Bilder nur abholen und müssen nicht warten.“, sagte die Schwester und das freute mich sehr! Weil wenn man auf dem Heimweg ist, ist auf etwas warten müssen ganz schrecklich!

Ich bekam mein letztes Krankenhausfrühstück serviert und ich sage es mal ganz vorsichtig: es war interessant. Es gab lauwarme Erbsensuppe zu Vanillepudding, dazu schwarzen Kaffee und Joghurt. Ich hatte Hunger, die Tabletten brauchten eine Basis und so aß ich brav meine Schüsselchen leer. (Sie werden von mir übrigens keine abfälligen Bemerkungen über Krankenhausessen lesen, denn im Krankenhaus habe ich ganz andere Prioritäten als meine Lieblingsspeisen, ich diskutiere auch nicht über das Essen.)

Nach dem Frühstück packte ich mein Zeug zusammen und wartete sehnsüchtig auf den Gatten.

Ein kleines Goodie Bag gab es für mich noch und dann blieb nur noch den Schwestern und Pflegern für die gute Betreuung und Behandlung zu danken, bevor es die paar Schritte zum Auto ging. Wussten Sie eigentlich, dass vor Krankenhaustüren besonders viele Raucher stehen?

„Lass uns schnell bei Dottore halten, dann kann ich direkt meinen Arztbrief abgeben, den kann er lesen bis zum nächsten Termin.“, schlug ich dem Gatten vor. Dottore erwischte mich an der Anmeldung und da ich fit genug war, um ein bißchen zu warten, wurde mir heute noch erklärt, wovon ich mich gerade erhole. Es ist wohl wirklich eine Divertikulitis, wenn auch an höchst ungewöhnlicher Stelle und trotz nicht passender Lebensumstände (ich lebe viel zu gesund, um das mal platt auszudrücken). Die Antibiose wird fortgesetzt, Schmerzmedikation nach Bedarf. In ca. sechs Wochen folgt dann eine Darmspiegelung und auch die künftige Ernährung sprachen wir durch: „Mach einfach weiter wie bisher und sieh zu, dassde keine Verstopfung bekommst.“ Alla, damit kann ich prima leben. (und was zu ändern ist, war eh ein Vorsatz)

Und dann war es endlich so weit: nach einer ausgiebigen Dusche konnte ich in meinem eigenen Bett versinken. Im Auto dachte ich, dass ich stundenlang würde schlafen müssen, doch es war viel zu gemütlich und kuschelig, ich musste viel zu viel genießen um schlafen zu können.

Der Gatte übernahm den Pflegedienst und servierte ein Mittagessen. Um mir die Entwöhnung vom Krankenhaus nicht allzu schwer werden zu lassen, arbeitete er Art und Anrichtung der Krankenhausmahlzeiten nach. Aber sein Haferbrei schmeckt viel besser als der im Krankenhaus, zumal die im Krankenhaus nicht wissen, dass Brei mit einem Plastiklöffel gegessen werden muss.

Lola freute sich sehr über meine Rückkehr, fand es aber ziemlich doof, dass ich schon wieder im Bett rumlag, statt zu ihr aufs Sofa zu krabbeln.

Und so konnte sie kurze Zeit später ihr Glück kaum fassen, als ich sie, frisch geduscht, einlud neben mir im Bett zu liegen. Ich hatte eine ihrer Decken dort ausgebreitet und nach meinem „Hepp!“-Kommando rollte sie sich quasi noch im Hochspringflug zu einer kleinen Hunderolle zusammen, sehr bemüht besonders brav zu sein. Ein Therapiehund ist etwas ganz besonders Feines! (mittlerweile musste sie ihren Platz übrigens wieder räumen, es ist ja mein Schlafplatz)

Mein privater Pfleger servierte das Abendessen und ach, er macht das großartig. Es gab Tomatensuppe, Zwieback und Naturjoghurt, genau wie im Krankenhaus und dennoch schmeckt alles so viel besser! Und das lag nicht nur am Plastiklöffel und den Rosen. (an letzteren aber auch)

Das nächste Therapietier wurde angereicht, denn ein schnurrender Kater auf den Füßen ist nicht weniger heilsam als ein anschmiegsamer Hund. Der Kater hat übrigens derzeit sein Höchstgewicht und daran sind nicht wir schuld, sondern die besonders fetten Mäuse und Ratten, die er sich täglich erbeutet.

Und das war dann auch schon dieser ereignisarme Zwölfte im Januar. Der nächste Zwölfte hat hoffentlich wieder ein bißchen Gegend dabei. Oder wenigstens etwas Kreatives.

So. Zeit zum Gesundschlafen!